Bei schönstem Wetter angelegt in Stjørdal , war erstmal vieles neu für uns: der Hafen, die Strassen, die Umgebung und vor allem die netten Leute. Wir wussten nicht genau, wie lange wir bleiben würden – nur, dass es erstmal der richtige Ort für den Winter ist.
Flugticket gegen Auto getauscht
Im September mussten wir dann auch wieder mal in die Schweiz um materielle Angelegenheiten zu regeln und natürlich Familie und Freunde wieder zu sehen. Auch die Skiausrüstung musste für Norwegen erweitert werden und etwas Spezialproviant wie Fondue und Raclettekäse wollten wir aus der Schweiz mitnehmen. Das ganze Gepäck für den Rückflug hat sich dann so dermassen angesammelt, dass wir für den Preis von Flug und Gepäck kurzerhand ein Auto gekauft haben.

Ein riesen Glück wie wir feststellen konnten, hier in Stjødal lässt sich plötzlich sehr viel viel einfacher mit einem fahrbaren Untersatz erledigen. Skitouren, Einkäufe in Schweden und Besuchertransporte sind halt doch sehr hilfreich. In alter Manie haben wir unser neues Gefährt auch gleich mit Standheizung und neuen Winterreifen für Norwegen ausgerüstet. Nun könnten wir auch mal übernachten und vor allem dem alten Diesel etwas Wärme für den Kaltstart abgeben.
Wintermodus
Nun sind aus ein paar Wochen vier Monate geworden. Die kurzen Tage waren gewöhnungsbedürftig: Gegen 10.00 Uhr morgens wurde es hell, und bereits um 14.30 Uhr war es wieder dunkel. Der Winter hat hier seinen eigenen Rhythmus und die Sonne zeigte sich nur ganz kurz über dem Hügel. Trotzdem haben wir diese Zeit genossen – wir haben länger geschlafen als sonst und unser Boot für die nächste Saison vorbereitet. Mit unseren Plänen für 2026 ist doch einiges zu tun, wir wollen unsere Vorräte aufstocken, die Solar Panelen Träger verstärken, endlich mal die Batterien am richtigen Ort verbauen und auch unsere Doppelveglasung bei den kleinen Fenstern montieren. Das Schiff wollen wir auf Vordermann bringen damit wir unsere Pläne auch umsetzen können, dazu aber in einem weiteren Bericht mehr dazu.



Biltema Treff
Mittwoch, 12 Uhr, Biltema – Treffpunkt der Seglergemeinschaft. Hier werden Politik, Seglergarn und Kontakte ausgetauscht. So ein Biltema ist ein richtig toller Treffpunkt, dort gibts es Kaffee für 1 Stutz, Gebäck oder Pölser zum gleichen Preis. Nach dem Treffen lockt der Baumarkt zum Schlendern und man findet immer etwas das MANN brauchen kann. Fast jeden Mittwoch waren wir dabei, haben nette Leute kennengelernt, Einladungen erhalten und selbst Abende bei uns an Bord vereinbart.
Hütte in den Bergen von Selbu
Wir konnte sogar eine Hütte in den Bergen von Selbu nutzen, die Umgebung mit unseren Schneeschuhen erkunden und einfach die Stille geniessen. Im Gegenzug haben wir Schweizer Fondue und Raclette auf den Tisch gebracht und so die Schweizer Küche ein bisschen näher gebracht.



Winteralltag

Wir wissen inzwischen, in welchen Geschäften wir was kaufen können und wie man Pakete ohne fixe Adresse erhalten kann. Auch das Fitnesscenter RAW Gym in Gehdistanz des Hafens haben wir regelmässig besucht und Marius, der Besitzer, hat uns als Gäste willkommen geheissen.
Torgkvartalet
Auch das lokale Einkaufszentrum ist nicht weit, allerdings haben wir noch immer nicht ganz den Durchblick in diesem Labyrynth. Eigentlich ist es nicht wirklich gross, aber sehr sehr verwinkelt. Dies hat den Ursprung in den Bauphasen, alle paar Jahre kam wieder ein Stück Gebäude dazu. Die Norweger meinten hierzu nur: Wir mögen das so!
Trondheim
Trondheim, die ehemalige Hauptstadt von Norwegen, hat auch touristisch und kulinarisch etwas zu bieten. Als uns Patricia und Roland besuchten, sind wir fast jeden Tag nach Trondheim gefahren, da sie dort ihre Unterkunft mitten in der Stadt hatten. Nach dem Weihnachtsmarkt und Wollknäuel-Shopping haben wir auch gleich in der Wohnung unsere Abende verbracht.



sportlich durch den Winter
Als dann viel zu spät der erwartete Schnee kam, haben wir voller Euphorie unsere Langlaufski ausgepackt, die Winteroveralls angezogen und die norwegischen Berg-Loipen aufgesucht – allerdings nicht ganz ohne Blessuren. In unseren warmen Winteranzügen wurden wir auch sofort als Touristen erkannt, die Norweger machen sich weniger Gedanken um Kleidung bei -10 Grad als wir, dafür hatten wir warm…..sehr warm beim Langlaufen. Die Schneeschuhwanderungen in den Bergen waren besonders schön, auch wenn es einer der kältesten Winter in Mittel-Norwegen war und insgesamt weniger Schnee hatte als in anderen Jahren. Dafür gab es bei dem vielen schönen Wetter auch mehr klaren Himmel um die Nordlichter zu sehen.


















Jetzt bereiten wir uns langsam auf die nächste Etappe vor. Es geht weiter in den Norden, auch wenn wir wie immer wissen, dass sich unterwegs vieles ändern kann. Aktuell wollten wir im März auch schon nördlicher sein, zur Zeit knallt jedoch ein Tief nach dem anderen über den Atlantik und die lassen nicht mit sich reden.
Stjørdal war für uns mehr als nur ein Winterhafen. Für einige Monate wurde es ein kleines Zuhause – wir haben Bekanntschaften gemacht und uns wohlgefühlt. Und genau das nehmen wir mit. Wir denken nicht, dass wir das letze mal hier waren.
Für alle, die einen kleinen Einblick in unsere Winterzeit hier bekommen möchten, haben wir die letzten Monate in einem kurzen Film festgehalten:
























