Die Winggis 42 im Eiswürfelbad

Ankerplatz Hornsund

Während in der Heimat alle schwitzen badet die Winggis 42 in Eiswürfeln. 

Landgang_Hornsund
Landgang_Hornsund

Into the Arctic Ice

Wir sind endlich auf Spitzbergen angekommen. Aber zuerst zurück nach Norwegen. 

Frisch repariert nach Norden

Nachdem wir unsere Zylinderkopfdichtung in Harstad erfolgreich gewechselt hatten und Luki, unser Freund aus der Schweiz zugestiegen ist, ging unsere Reise weiter in den Norden.

Zwischen diesen Schneebergen hindurchzufahren erschien uns fast wie auf dem Vierwaldstättersee. Ausser das plötzlich runderhum eine ganze Gruppe von Walen vorbeischwamm. Wir fanden wiederum diesen kleinen Steg ohne Landanschluss kurz vor Tromsø. Er wird vom Bootsclub Tromsø betrieben und auch die Hütte darauf war liebevoll eingerichtet. Natürlich haben wir sofort den Holz-Grill in Betrieb genommen und unsere Koteletts grilliert. Die Hütte haben wir auch gleich eingeheizt und unser Nachtessen mit Blick auf den Sund konnte nicht besser gewesen sein. Abends kamen sogar zwei Polarfüchse ans Ufer und wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten. 

Der erste Anlauf scheitert

In Tromsø hatten wir nur einen kleinen Zwischestopp eingelegt, Wasser gefüllt, nochmals Einkaufen gegangen und uns bei der Polizei abgemeldet. Über Torsvåg ging es nun Richtung Spitzbergen – jedoch gelang uns der 1. Versuch nicht – der zunehmende Wind zusammen mit den Wellen gegen die Strömung war ein sehr unangenehmer Kurs und so entschieden wir uns nach 20sm wieder umzudrehen und uns nochmals zu sammeln. Wir wollten auf ein besseres Wetterfenster warten. 

Tromsoe-Svalbard
Tromsø-Svalbard

In dieser Zeit schlängelten wir uns weiter der Küste entlang bis nach Hasvik auf Sørøya. Für Luki war die Zeit bereits zu Ende und er flog von dort wieder zurück in die Schweiz. 

Eine ungeplante Woche in Hasvik

In Hasvik lernten wir lokale Fischer kennen die uns sehr wertvolle Informationen bezüglich der Barentsee mit Wellen und Strömungen geben konnten. Wir verbrachten eine ganze Woche in Hasvik, wurden mit Königskrabben beschenkt, haben den Fischern Schweizer Raclette serviert, wurden von Ahmed, dem Bigfishadventure Boss zum Fischsuppenessen eingeladen und assen abends mit Joachim & Anne von der Segelyacht Leoa spontan auf der Winggis 42 noch die Resten der Fischsuppe. 

Traumtage im Seiland Nationalpark

Nach einer Woche ging es für uns in zwei kleineren Etappen Richtung Hammerfest. Wir ankerten im Nationalpark Seiland und fingen soviele Fische wie nie zuvor. Die steilen bis an die Spitze grünen Felsen haben uns für drei Tage gefesselt – es war sooo schön. 

und plötzlich ein Wetterfenster

In Hammerfest angekommen, studierten wir nochmals das Wetter und tatsächlich stand ein gutes Wetterfenster voraus für eine Überquerung nach Spitzbergen. Spontan füllten wir unsere Wassertanks und machten uns auf den Weg. Uns war bewusst, dass wir wenig Wind haben werden und viele Motorenstunden zusammenkommen. Mit der neuen Zylinder-Kopfdichtung und sorgfältigem Service für den Motor mit neuem Getriebe welches wir letztes Jahr eingebaut hatten, starteten wir mit gutem Gefühl Richtung Spitzbergen. Wie so oft, kommt es unverhofft, wir wurden wieder einmal eines Besseren belehrt.

Hammerfest Fest
Hammerfest Fest

Schon auf 2/3 des Weges nach Bjørnøya, stellten wir fest, dass der Vorwärtsgang nicht ganz so schön wie gewohnt einkuppelt. Da es jedoch ein neues Getriebe ist, machten wir uns wenig Gedanken zum Getriebe.

Geschafft…….. dachten wir!

Der restliche Weg bestand dann aus ca. 8h Motoren und 20h Segeln. Das Gefühl den Anker nach einer kurzen Runde durch die Eisschollen des Gletschers auf den Meeresboden von Spitzbergen fallen zu lassen, war ein emotionaler Moment, geschafft!

Ankunft_Svalbard
Ankunft_Svalbard

Den obligaten Drink mit Gletschereis, auch nur gefrorenes Wasser, etwas Eisschollen wegschieben und erst mal durchschlafen. Am Morgen darauf drehte der Wind und kleinere Eisschollen klopften an die Winggis, wir verlegten in eine nahe Bucht die von grösseren Eisschollen verschont ist.

Deja-vu Getriebe

Nun kommts, Motor an, Anker hoch und Gang rein….aber eben, der Gang will ums Verrecken den Propeller nicht drehen. Erst nach ca. 30 Sekunden dann etwas Vorwärtsschub.
Das kennen wir schon vom ersten Getriebe in Schweden, entweder sind die Kupplungsbeläge durch oder beim Einfahren des Getriebes haben sich die Beläge erst mal so eingeschliffen, dass die Servofunktion die Kupplung nicht mehr richtig verbindet und durchschleift. Wie wir auch nach Rücksprache mit einem Getriebefachman vermuten, sind diese Getriebe sehr empfindlich mit den Einstellwerten.

100sm von der Werkstatt entfernt

An eine Reparatur ist kaum zu denken, weder in Longyearbyen, geschweige denn am Anker 100sm vor Longyearbyen. Nun ja, etwas funktioniert das Getriebe ja noch und wir haben ja ein Segelboot. Jetzt brauchen wir nebst einem neuen Getriebe in Longyearbyen nur noch etwas Wind. Zum Zeitpunkt in welchem dieser Text geschrieben wird, warten wir seit 7 Tagen auf eine Bestellbestätigung für das Getriebe und auf Wind.

Svalbard muss warten

Nun, wenigstens ist es schön hier und wir haben genug zu Essen, Trinken und Diesel zum Heizen. Die restlichen 99,9% von Svalbard bekommen wir dann vielleicht in 2-3 Wochen oder nächstes Jahr zu sehen.  Ob sich die Überfahrt von Norwegen nach Svalbard für eine Getriebewechsel gelohnt hat erklärt sich nun eher von selbst.

Momentan sieht es danach aus, dass wir kommenden Dienstag ein Wetterfenster haben und nach Longyearbyen kommen. Bis dann kommt dann auch hoffentlich die Bestellbestätigung.

Jedenfalls sind wir immer noch guter Dinge, denn wir haben noch 2 Monate Zeit bis sich die Wetterfenster nach Norwegen langsam wieder schliessen.

Es bleibt spannend!!!

Abschied und Freude

Bessakeer

Am 23.4.2026 verlassen wir nach 6 Monaten den Hafen von Stjørdal. Bei all unseren neu gewonnenen Freunden haben wir uns auf ein Wiedersehen verabschiedet. Leider gehört dies auch immer wieder dazu.

Noch vor dem Ablegen in Stjørdal wurden wir morgens überrascht: Vom Nachbarsboot bekommen wir zwei volle Säcke mit Lebensmitteln geschenkt – was für ein netter Start in die neue Saison.

Anfangs unter Motor aber bald darauf mit gerefftem Gross und Fock wurden wir dann allerdings mit deutlich mehr Wind als angekündigt aus dem Fjord hinausgeblasen. Ein heftiger Abschied – begleitet von lieben Nachrichten, die uns auf den Weg mitgegeben wurden.

Brekstad Hafen

In Brekstad legten wir im südlichen Hafen an. Leider erwies sich dieser als wenig gemütlich: sehr offen und bei der vorherrschenden Windrichtung unruhig. Nach einem kleinen Spaziergang im Hafengelände gönnten wir uns eine chinesische Pfanne mit Reis und fielen danach ziemlich müde ins Bett.


Endlich von Brekstad weggekommen

Am nächsten Tag waren wir ehrlich gesagt froh, Brekstad hinter uns zu lassen. Der Hafen war schlecht geschützt bei Südostwind, dazu kamen unangenehme Wellen von den Fähren. Keine Toiletten, keine Duschen, ein unordentlicher Steg – und dafür 30 Euro pro Nacht. Einzig positiv: Der Steg selbst war sehr robust gebaut, mit richtig grossen Pollern, welche da auch nötig waren.

▶️ Brekstad Easter Hopping mit Wellen übers Heck

Wir segelten etwa 10 Meilen bis nach Storfosna – leider ohne jeglichen Fangerfolg beim Fischen.

In der Nacht wurden wir plötzlich von einem Alarm geweckt. Vielleicht das neue Garmin-GPS mit aktiviertem Ankeralarm? Halb verschlafen entdeckten wir jedoch am alten Kartenplotter eine MOB-Meldung (Mann über Bord). Wir schalten unser Funkgerät ein und schauen auf die umliegenden AIS Signale. Alles scheint in Ordnung zu sein, vermutlich ein Fehlalarm. Wir beobachten die Lage noch eine Weile und stellen dann das Gerät ab und gingen wieder schlafen – ein kurzer Gedanke an den Seehund vom Vorabend und wir fanden schnell wieder in den Schlaf zurück.

Am Morgen funktionierte nach einem Neustart die Elektronik wieder einwandfrei. Um 09:00 Uhr legten wir ab. Zunächst mussten wir um eine Insel motoren – der Motor wurde dabei ziemlich heiss, was natürlich immer für Nervosität sorgt.

Diese Mischung aus Spannung und Ungewissheit gehört einfach dazu: Wie wird der Tag? Wie entwickelt sich der Wind? Reicht die angegebene Wassertiefe von zwei Metern in der nächsten Bucht oder brauchen wir Plan B?

Mit gerefften Segeln liefen wir dann schön mit 5–7 Knoten Richtung Åsen – eine kleine, idyllische Insel mit einem Leuchtturm, den man sogar mieten kann. Nach einem Spaziergang kümmerten wir uns um unsere Ankerkette und legten sie am Steg aus, um die Markierungen neu zu bemalen. Am Vortag waren plötzlich 60 Meter Kette draussen gewesen – die 20-Meter-Markierung war schlicht nicht mehr erkennbar.

Zum Abendessen gab es statt Riz Cazimir eine leicht improvisierte Variante – Brokkoli und Rosenkohl mussten unbedingt auch noch verarbeitet werden.


Auf nach Bessaker

Am Morgen ging es weiter Richtung Norden. Kaum draussen, konnten wir die Segel setzen. Anfangs ging es nur langsam voran – etwa 3 Knoten bei wenig Wind. Doch nach rund zwei Stunden frischte es deutlich auf, und es blies kräftig aus dem Fjord hinaus. Also wieder: Fock setzen, Gross verkleinern.

Unterwegs sahen wir ungewöhnlich viele Fischerboote und Fischzuchten. Als der Wind kurz nachliess, versuchten wir erneut unser Glück beim Fischen – wieder erfolglos. Mit der Schleppangel hätten wir eigentlich fast anhalten müssen, um den Köder tiefer zu bringen. Aber bei diesem schönen Segelwind wollten wir das nicht, weshalb der Jagderfolg auch aus blieb.

Wir wechseln uns mit Steuern von unserem Innensteuerstand ab und geben dem Autopiloten etwas Pause.

Unser Ziel war Bessaker. Kaum angekommen, rief uns eine Dame zu, dass wir nicht an „diesem“ Steg anlegen dürften – er sei für ihre Gäste reserviert. Wir könnten aber den Steg dahinter nutzen. Ganz klar war die Situation für uns zunächst nicht, doch sie kam extra zu uns und half freundlich beim Anlegen.

Später erfuhren wir: Sie ist Deutsche und betreibt hier eine Anlage für Angeltouristen. Viele Gäste kommen speziell zum Fischen hierher.

Im kleinen Laden vor Ort meldeten wir uns für den Gästesteg an. Schon beim Eingang: ein kleines Café, dazu alles, was man braucht – und einiges, was man eigentlich nicht braucht. Der Steg war kostenlos, Strom hätte 100 NOK pro Nacht gekostet. Da wir aber genug Strom über unsere Solaranlage bekommen, konnten wir umsonst liegen.

Wir gönnten uns einen Kaffee und eine Zimtschnecke – genau richtig.

Bessaker

Treppen, Aussicht und Abschied

Am nächsten Tag ging es sportlich weiter: eine Treppe mit rund 1000 Stufen führte auf einen 145 Meter hohen Berg, den Vatten. Schnell waren wir oben – und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht über die unzähligen vorgelagerten Inseln belohnt. Der Wind blies auch hier kräftig und das Geländer war nicht umsonst gebaut.


13. April – Weiter nach Småværet

Heute hiess es wieder Abschied nehmen von Bessaker. Ich brachte dem Ladenbesitzer noch eine Schweizer Schokolade vorbei – als Dankeschön dafür, dass er uns am Vortag so viele leere Jakobsmuschelschalen geschenkt hatte. Alessandra’s Schwester Patricia möchte damit im Sommer ihren Balkon dekorieren.

Zusätzlich bekamen wir ein kleines Rezeptheft – wie man Jakobsmuscheln richtig zubereitet. Und wir wurden herzlich eingeladen, auf dem Rückweg wieder vorbeizukommen.

schön wenns lauft

Dann ging es weiter: mit 10 bis 35 Knoten Wind aus Südwest segelten wir durch die Inselwelt nach Norden. Mit gerefftem Gross und nur der Fock zog unsere Winggis zuverlässig dahin.

Ich stand draussen am Steuer, während Martin die Segel trimmte. Noch befanden wir uns im geschützten Fahrwasser zwischen den Inseln. Durch den ablandigen Wind entstanden praktisch keine Wellen – perfektes Segeln.

Småværet

Unser Ziel: Småværet, ein kleiner, geschützter Hafen weit draussen. Trotz Gegenwind legten wir gegen 16:00 Uhr mit Unterstützung von einem Einheimischen am Gästesteg an.

Wir bleiben zwei Nächte – zuviel Wind um durch die Folda zu segeln. Ein Gebiet mit ungemütlichen Wellen wenn der Wind zu stark ist. Leider verlieren wir beim Fischen am Steg den Köder und es gibt immer noch keinen Fisch. 

Weiter Richtung Sandnessjoen

Über Rørvik und Bronnoysund geht es die nächsten zwei Tage mit super Südost Wind weiter nach Sandnessjoen. Für Alessandra geht es von hier für eine Woche in die Schweiz während Martin unsere Winggis 42 hütet. 

Seven Sisters bei Sandnessjoen

Havila Polaris

Havila Polaris

Da ich meinen Flug von Trondheim nach Zürich bereits schon vor längerem gebucht hatte, entschliesse ich mich  mit dem Havila Schiff , das ist die Konkurrenz vom Hurtigruten Schiff – in zwei Tagen und 1 Nacht von Sandnessjoen nach Trondheim zu fahren.

Die Fahrt war sehr imposant, vor allem weil man einfach höher die ganze Gegend anschauen kann. Das Schiff war nicht mal 1/3 ausgelastet und so genoss ich die Fahrt in vollen Zügen und erfreute mich, mal etwas ganz anderes zu machen. Die Nacht  in der Innenkabine war allerdings nicht sehr erholsam, da ich es nicht gewohnt war quer zum Schiff zu schlafen. 

Ich komme morgens um 6.30 in Trondheim an und konnte  glücklicherweise erst um 0800 auschecken. Da mein Flug in die Schweiz erst am  nächsten Tag geplant war, konnte ich eine Nacht bei Mari & Søren in Stjørdal übernachten. Ich werde mit gutem Essen verwöhnt und geniesse den Tag. Am Nachmittag besuche ich auch Claudia & Jürgen Kirchberger im Hafen, sie sind mittlerweilen auch wieder auf La Belle Epoque und bereiten ihre Weiterfahrt vor. 

Und jetzt geht’s zuerst eine Woche in die Schweiz und darauf freue ich mich sehr. 

Gerne teilen wir auch hier unsere aktuellen Schiffsdaten mit Temperaturanzeige des Wassers, der Innen – und Aussentemperatur und natürlich des Motors und Getriebe.

Und die dazugehörende Statistik.

Entlang der norwegischen Küste – Zweite Etappe

Im Sommer 2025 segelten wir entlang der norwegischen Küste. Das Video gibt einen Einblick in diese Reise – in das Segeln selbst, das Leben an Bord und die Landschaften, die uns begleitet haben.

Unsere Route führte uns von Fjærland im Sognefjord bis nach Stjørdal im Trondheimfjord.

Viel Spass beim Anschauen!

Ein Auge aufs neue Getriebe

Wir sind nun bereits wieder nach unserem Heimaturlaub in der Schweiz ende November in Størdal angekommen und möchten aber noch über den letzten Teil unser diesjährigen Reise berichten. Viel Spass beim Lesen!

Getriebeschaden

Auf Nordkurs

Nicht mehr weit und wir müssen auf unserem nördlichen Kurs das berühmte Stadlandet umrunden.  Der westlichste Punkt Norwegens wird oft als „das Kap der Stürme“ bezeichnet. Schon seit Jahrhunderten ist Stadlandet berüchtigt für starke Winde und hohe Wellen. Die Wettervorhersage verspricht für die kommenden Tage jedoch wenig Wind und so wollen wir dieses Wetterfenster nutzen um das Kap zu umrunden. 

Zwischenstopp in Askvoll

Wieder einmal motoren wir – von Leirvik nach Askvoll und legen dort einen Zwischenstopp ein. Beim abendlichen Motorencheck entdecken wir erneut etwas Öl in der Bilge, leicht rötlich gefärbtes Öl -> Getriebeöl. Aber nur sehr wenig. Das kann doch jetzt nicht sein – ein neues Getriebe und schon wieder verliert es Öl…Leider ist es auch alles andere als leicht zugänglich – unter der Treppe müssen wir den Boden herausnehmen, dort steigt Martin dann in den Motorenraum und muss sich auch noch mühsam zum Getriebe hinunter falten. Alles sieht soweit gut aus – keine Spur von einem sichtlichen Defekt. Aber woher kommt das Öl? 

Fehlersuche

Natürlich beginnt auch Martin an sich zu zweifeln. Hat er das neue Getriebe richtig montiert, sind alle Schrauben gut angezogen oder gar zu fest. Oder liegt es gar an der Welle die nicht in der Flucht läuft. Viele Fragen schwirren in seinem Kopf herum. Wir entschliessen uns dennoch am nächsten Tag weitzufahren und gleichzeitig den minimalen Ölverlust gut im Auge zu behalten, der Ölstand veränderte sich ja nicht merklich. 

Ankern beim Hornelen

Am nächsten Tag planen wir, in einer Bucht gegenüber des Hornelen zu ankern, ca. 35sm weiter nördlich. Hornelen ist mit 860m die höchste Klippe Europas. Wiederum unter Motor geht es durch eindrucksvolle Felslandschaften, vorbei an steilen Hängen und grünen Tälern, die im Sonnenlicht fast unwirklich wirken.  
Unterwegs misst Martin die Temperatur an dem Wellenlager – es scheint leicht erhöht zu sein (45 Grad). Möglich dass das Pendelrollenlager axial zu stark belastet wird. Wir wollen kein Risiko eingehen und steuern die nächste geschützte Bucht an und lassen dort unseren Anker fallen. Beim Kontrollblick in den Motorenraum findet Martin wieder etwas Getriebeöl in der Bilge, sowie auch ein kleiner Deckel. Keine Ahnung wo dieser abgefallen ist! Auch das Lager wird neu eingestellt und so montiert, dass es mehr axiales Spiel hat. 

Umrundung Stadlandet

Das Wetterfenster für die Umrundung von Stadlandet sieht weiterhin stabil aus und wir wollen es nicht verpassen, also brechen wir gleich am nächsten Morgen auf. Wir wollen in Silda, kurz vor dem Kap nochmals ankern um es früh am nächsten Tag zu umrunden. Wir kommen gut vorwärts, checken nochmals das Wetter und entschliessen uns spontan bereits heute das Kap zu umrunden. Wir fahren bei wenig Wind mit ca. 1-2m hohe Wellen und klarer Sicht 20sm um das Kap.  Zur Stabilisierung setzen wir das Grosssegel und motoren eng entlang der Küste. Obwohl kaum Wind weht, stampfen wir mit ca. 3 Knoten bei erhöhter Drehzahl durch die Wellen. Beide sind wir doch auch etwas angespannt – gleichzeitig wissen wir dass der Ölverlust minimal ist und wir im Schlimmsten Fall nur Öl nachfüllen müssten, ausser ein Simmerring versagt plötzlich. Aber das wäre dann eine andere Geschichte.

Glücklich und erleichtert das Kap umrundet zu haben, machen wir im Hafen von Kvamsøya  an einem alten Fischersteg fest. Die Tide scheint hier doch etwas höher zu sein und so müssen wir über unser Dach und den schwarzen Reifen an Land klettern. 

Pläne

Unsere Freunde Claudia und Jürgen von La Belle Epoque sind auch auf Nordkurs und werden diesen Winter ihr Schiff im Hafen von Stjørdal im Trondheimfjord liegen lassen. Sie haben etwas Vorsprung und sind bereits dort. Auch wir entscheiden uns, diesen Hafen anzusteuern und von dort für ein paar Wochen in die Schweiz zu fliegen. 

Kleines Paradies

Gemütlich und in unserem Tempo geht es weiter der Küste entlang. An vielen Orten in Norwegen stehen öffentliche Stege zur Verfügung – meist mit Sitzplatz und Grill. Diese Plätze sind so schön, dass wir immer noch einen Tag anhängen. Einer davon war Kraken – ein schwimmender Steg ohne Landanschluss mit Grill und Hütte. 

  • öffentlicher Steg mit Grill in Rostøya

Bud und die Fischer

In zwei Tagen sollte das Wetter für den Küstenabschnitt Hustadvika ruhig sein und so legen wir im Hafen von Bud an um erstmal das Dörfchen zu erkunden. Hustadvika ist ein seichtes Meeresgebiet mit vielen kleinen Schären und Riffen. So manche Schiffsunglücke haben sich hier ereignet. Im Hafen liegt der verbogene Anker der Viking Sky – das Kreuzfahrtschiff ist 2019 vor der Küste in Seenot geraten. Sehr eindrücklich diesen massiven riesigen Anker vor uns zu sehen der einfach verbogen ist.

Am Steg treffen wir mittags auf Thomas und Tore – zwei Hobbyfischer aus der Nähe von Oslo. Sie hatten eine ganze Kiste voller Fische gefangen. Nach ein paar netten Worten bekamen wir von ihnen einen frisch gefangenen und filetierten Fisch geschenkt. Ausserdem wollten sie später noch auf einen Kaffee vorbeikommen.

Gegen 19.00 Uhr dachten wir schon, dass sie wohl nicht mehr kommen würden, und wollten gerade mit dem Abendessen beginnen. Kaum hatte ich mit den Vorbereitungen begonnen, da klopfte es auch schon am Schiff. Ah, sie kommen doch noch!

Wir verbrachten einen sehr sehr lustigen Abend zusammen, und gegen 1.00 Uhr morgens hatten wir immer noch nichts Richtiges gegessen. Also verschoben wir das Abendessen lieber auf morgen!

Endspurt

Die Fahrt entlang der Küste von Hustadvika verlangte zwar unsere volle Aufmerksamkeit beim Navigieren, aber das ruhige Wetter machte den Tag angenehm entspannt. Die nächsten paar Tage motoren wir (immer noch!) in gemütlichen Tagesetappen der Küste entlang in den Trondheimfjord. Tatsächlich können wir die letzte Etappe von Trondheim nach Stjørdal endlich mal wieder segeln. Hier werden wir unsere Winggis 42 für ein paar Wochen im Hafen stehen lassen und in die Heimat reisen.

Der Endspurt ist spürbar: Einerseits freuen wir uns auf die letzten Etappen, andererseits können wir kaum glauben, dass diese wunderbare diesjährige Reise schon fast vorbei ist.

Im Hafen von Stjørdal angekommen hat Martin auch gleich das Getriebe nochmals ausgebaut. Und siehe da: der kleine Deckel war vom Gehäuse abgefallen und so tropfte immer etwas Öl aus dieser Öffnung. Leider konnten wir das beim eingebauten Getriebe nicht richtig sehen. Wir hätten es über komplizierte Wege auf Garantie zur Reparatur nach Oslo senden können, aber nach unseren letzten Erfahrungen haben wir uns entschieden, es selber zu reparieren.

Für uns geht es nun ein paar Wochen in die Heimat, wir wollen im November aber wieder auf unserem schwimmenden Zuhause sein und bis ca. ende Februar in Stjørdal bleiben bevor es dann weiter in den Norden geht.

Mit Vorfreude blicken wir jetzt schon auf die kommende Monate an Bord.


Von J/70, Felswänden und Flaggen

Dänemark Map

Anfang Juni verlassen wir die Ostsee von Kappeln aus und nehmen Kurs Richtung Norden. In gemütlichen Tagesetappen schlängeln wir uns entlang der dänischen Südsee durch den Kleinen Belt bis nach Ebeltoft – mal bei Regen, mal bei Sonnenschein, aber stets begleitet von schönem Segelwind.

Aalborg/Dänemark – J/70 Segeln

Auf unserer ersten Etappe vor zwei Jahren segelten wir von Westen kommend durch den Limfjord und lernten in Løgstør Vibeke kennen – eine passionierte Seglerin, mit der wir ein paar schöne Tage verbrachten. Und so beschlossen wir spontan, sie in Aalborg zu besuchen. Gesagt, getan – die Wiedersehensfreude war riesig!

Wieder verbrachten wir eine wunderbare Zeit miteinander: vom Musik- bis zum Sportfestival, Grillabend im lokalen Segelclub Limfjorden, Käsefondue auf der Winggis 42 bis hin zu einem ausgiebigen Shoppingtag war alles dabei. Besonders gefreut habe ich (Alessandra) mich über die Einladung zum WoW-Training „Women on Water“ auf einer J/70. Nur mit Frauen zu segeln – das war eine ganz neue und inspirierende Erfahrung, die riesigen Spass gemacht hat.

WoW Training „Women on Water „auf einer J/70 in Aalborg zusammen mit Vibeke

Weiter durch den Limfjord nach Thyborøn

Für unsere Weiterreise nach Norwegen stellte sich die Frage nach der besten Route. Der Wind blies hartnäckig aus Westen, und ein Tief nach dem anderen fegte über den Skagerrak. Schliesslich entschieden wir uns für die westliche Route durch den Limfjord über Thyborøn. Bei vorausgesagten 20 Knoten aus Westen machten wir uns vorerst keine Sorgen und motorten gegen an. Geschützt von der Landabdeckung Richtung Oddesund-Brücke – sie öffnetete pünktlich um 13.15. Jedoch hatten wir jetzt keine Landabdeckung mehr und der Wind nahm zu, somit auch die Wellen und sie stiegen auf knappe 2m an! Auf unserem Windmesser sahen wir Böen von 35 Knoten und unsere Winggis 42 fing an sich in den Wellen festzustampfen. Die Schraube fing an zu dröhnen und der Bug bohrte sich in die Wellen.

Limfjord – Wasser über dem Bug

Wollen wir das unserem Motor antun? Wollen wir das nächste Wetterfenster nach Norwegen wieder verpassen? Viele Fragen schwirrten in unserem Kopf herum. Wir sind vernünftig und entscheiden uns um zu drehen. Wir passieren die Oddesund-Brücke um 13.50 erneut – sie öffnete pünktlich nur für uns. Gemütlich segeln wir mit dem Wind nur mit der Fock mit 6kts zurück auf unseren geschützten Ankerplatz.

Am nächsten Tag nahm der Wind wieder ab und wir segelten die halbe Route nach Thyborøn, die andere Hälfte unter Motor.

So gehört sich das! Fazit: Es lässt sich nichts erzwingen, zur rechten Zeit am rechten Ort dann passt das auch.

Thyborøn – Olavsundet (Norwegen)

Ein günstiges Wetterfenster für Norwegen tat sich auf und so legten wir morgens um 5:00 Uhr im Hafen von Thyborøn ab. Bereits in der Bucht wurden wir von mehreren Delfinen begleitet – das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt! Den ganzen Tag segelten wir mit konstantem 15-Knoten-Wind aus Süd über den Skagerrak. Unterwegs sichteten wir viele Schweinswale und Spitzkragendelfine – ganze Schulen begleiteten uns. Endlich wieder Tiere im Wasser!

Gegen 22:00 Uhr fahren wir durch die enge Einfahrt nach Olavsundet und werfen in der geschützten Bucht den Anker. Müde, aber glücklich – wir sind endlich in Norwegen angekommen! Noch am selben Abend erledigen wir online unsere Zolldeklaration zur Einreise in Norwegen.

Ankunft Olavsundet – Norwegen

Am nächsten Morgen, pünktlich um 10:00 Uhr, stattet uns der norwegische Zoll einen Besuch ab. Zwei freundliche Zöllner kommen an Bord und setzen sich zu uns ins Cockpit. Als sie unsere ordnungsgemäße Deklaration sehen, sind sie sichtlich zufrieden. Nach ein paar kurzen Fragen verabschieden sie sich wieder – alles problemlos.

Ein weiteres Tief zieht über uns hinweg, und so verbringen wir die ersten Tage ruhig, aber sehr eindrücklich. Wir erkunden die alten Bunkeranlagen und Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg, wandern über die Inseln und geniessen die besondere Atmosphäre dieser wilden Landschaft.

Flekkefjord am öffentlichen Steg

Leider kommt der Wind weiterhin konstant aus Westen – genau aus der Richtung, in die wir eigentlich wollen…Kein Winddreher in Aussicht, nur weniger Wind. So nutzen wir weniger Wind und motoren uns ums Kap von Lindesnes und Lista in den Flekkefjord.

Trotz wenig Wind ist die See alles andere als ruhig. Die Dünung der letzten Tage trifft auf die Untiefen rund ums Kap – die Wellen kommen aus allen Richtungen, einfach ungemütlich und Martin wirds schlecht. Umso erleichterter sind wir, als sich die See im Flekkefjord beruhigt.

Am öffentlichen Steg mit Grill und Sitzplatz machen wir fest. Im Cockpit sitzend bestaunen wir die Felswände, die nur wenige Meter entfernt fast senkrecht aus dem Wasser ragen. Wir bleiben drei Nächte, wandern zu den nahegelegenen Bergseen und genießen es einfach, hier zu sein.

Berefjord – ein Highlight

Dann zieht es uns weiter in den Berefjord – unser erstes kleines Highlight in Norwegen. Wir ankern in einer idyllischen Bucht, umgeben von Felsen, einem öffentlichen Grillplatz, einem privaten Wasserfall und – nur einen kurzen Fussmarsch entfernt – einem Süsswassersee. Den lassen wir uns natürlich nicht entgehen!

Weiter geht’s nordwärts Richtung Egersund – wir haben keine Grillwürstchen mehr. Etwas nördlich lassen wir den Anker in einer Bucht fallen, setzen das Dinghi ins Wasser und fahren nach Egersund. Und dann trauen wir unseren Augen kaum: Am Kai liegt ein Segelboot mit chilenischer Flagge. Klar können wir da nicht einfach vorbeifahren – wir klopfen an.

Egersund und Flaggen

Jorge begrüsst uns herzlich und lädt uns spontan auf ein Bier an Bord ein. Er ist auf dem Weg zurück in seine Heimat Chile. Jorge wartet auf eine neue Einspritzpumpe. Ich freue mich riesig, wieder einmal Spanisch zu sprechen, und geniesse die südamerikanische Atmosphäre. Schnell merken wir, dass wir mit ein paar Handgriffen an Bord helfen können. Am nächsten Tag kehren wir zurück – Martin bringt den Autopiloten wieder in Gang und installiert das neue AIS. Als Dankeschön gibt’s einen feinen Tequila – und ein paar Crevetten dazu. Perfekt!

Ach ja – und beim Einkaufen in Egersund entdecken wir noch ein Segelboot mit Schweizer Flagge: Nele. Natürlich klopfen wir auch dort an. Eva und Peter aus Binningen laden uns sofort auf ein Kaffi ein – und dazu gibt’s sogar ein paar frische Chriesi aus Biel-Benken, direkt mitgebracht aus der Heimat. Einfach schön!

Olavsundet

Wir sind in Norwegen angekommen und fühlen uns wohl!

Tag für Tag kommen wir Norwegen näher und haben bis jetzt nur schöne und friedliche Orte und Menschen getroffen. Wir sind gespannt, welche schöne und imposante Überaschungen noch auf uns warten.

Von Werftzeit und Wiedersehen

Drei Monate in der Werft

Fast 3 Monate haben wir in der Museumswerft in Greifswald verbracht. Die Zeit haben wir genutzt um unser Schiff auf Vordermann zu bringen. Einiges haben wir erneuert: neue Segel, neue Davits, zusätzliche Solarpanele (1700 Watt) und neue Batterien (15KW/h LIFEPO4) von Global Power. Manchmal schien die Werftzeit kein Ende zu nehmen, aber jetzt sind wir froh über jedes kleine Detail das wir verbessert haben.

Unsere neuen Segel ließen wir in der Tuchwerkstatt Greifswald fertigen – Sebastian, der Segelmacher, ist gleichzeitig auch Vertreter von Rolly Tasker Sails. Bei eisiger Kälte wurden Segel und Rigg an Bord gemessen. Sechs Wochen später hielten wir die neuen Segel in den Händen.

Wir lagen sehr gerne in der Museumswerft Greifswald. Sie ist sozusagen eine Selbsthilfewerft, in der jeder gegen einen kleinen Unkostenbeitrag die Werkstätten und Maschinen nutzen darf. Werftmeister Holger war jederzeit sehr hilfsbereit und zuvorkommend – wir können die Werft nur empfehlen und würden jederzeit wieder dort liegen wollen.

Dort lernten wir auch Thomas kennen, der selbstständig als Schweisser und Mechaniker in der Werft für mehrere Jahre arbeitete. Er hatte letztes Jahr sein Stahlschiff erfolgreich in die Nordsee gesegelt und wird zurkünftig auch die Weltmeere bereisen. Sein ansteckendes, lustiges Lachen sorgte für manche schöne Abende an Bord der Winggis 42.

Stralsund – ein kleines Wiedersehen

Als wir startklar waren, segelten wir als Erstes nach Stralsund. Lange hatten wir Isolde und Karin versprochen, sie irgendwann wieder zu besuchen. Kennengelernt hatten wir die beiden im letzten Jahr – in der (angeblich) ältesten Hafenkneipe Europas, mitten in Stralsund.

Die Wiedersehensfreude war gross, und wir haben die gemeinsamen Tage sehr genossen. Wir wurden eingeladen, liebevoll bekocht – und auch bei uns an Bord war fast immer jemand zu Besuch.

Eigentlich wollten wir schon früher weiter, aber wir blieben immer noch einen Tag länger – auch, weil uns Karins Familie über Ostern zum Grillieren eingeladen hatte. Bei Marinchen, die uns zeigte wie man Eierlikör vom Tisch trinkt und bei Gilli mit den tasmanischen Wurzeln. Ein schöner Abend, den wir nicht missen möchten.

Weiter nach Barth zu Fortgeblasen

Von Stralsund segelten wir weiter nach Barth, wo wir unsere Freunde Claudia und Jürgen von Fortgeblasen trafen. Ihre La Belle Epoque lag in der Werft, und wir verbrachten gemeinsam viele gemütliche Stunden, während wir sie täglich mit verschiedenen Menüs bekochten.

Ausserdem besuchten uns Julia und Jens mit ihrem Kleinflugzeug aus Cuxhaven. Vor 2 Jahren lagen wir mit unseren 3 Booten vor Anker in Bornholm. So entstand ein besonderes Treffen, das uns in Erinnerung bleiben wird.


Julia & Jens mit ihrem Kleinflugzeug in Barth gelandet

Besuch auf Hiddensee

Nach Barth ging es für uns weiter zur Insel Hiddensee, wo wir Michael und Sarah von der North Story besuchten. Michael ist seit Kurzem der neue Hafenmeister in Kloster, und es war schön, sie wiederzusehen und ein paar entspannte Tage mit ihnen zu verbringen.

Wir genossen Spaziergänge, Velotouren, gute Gespräche und das einfache Leben auf der Insel. Wir wünschen den beiden eine schöne Zeit auf „Floki’s“ Insel.

Auf nach Büsum

Nach allem beschlossen wir, einen kleinen Abstecher nach Büsum zu machen, um dort alle Freunde zu besuchen, die wir vor vier Jahren während unserer Werftzeit kennengelernt hatten.

Für diese Zeit fanden wir für unsere Winggis 42 einen Liegeplatz in der Museumswerft in Kappeln in der Schlei und warteten auf Hiddensee auf das nächste passende Wetterfenster, um über Dänemark nach Kappeln zu segeln. Von Kappeln aus ging es dann mit Bus und Zug direkt nach Büsum.

Die Wiedersehensfreude war gross – jeden Tag besuchten wir andere Freunde und wurden herzlich empfangen und eingeladen. Es war schön zu sehen, wie willkommen wir uns überall fühlten – fast, als wären wir nie wirklich weg gewesen.

Kurzer Heimatbesuch

Und weil wir gerade so im Besuchsmodus waren, hängten wir gleich noch eine kleine Heimreise in die Schweiz an. Eine Woche verbrachten wir in Basel bei Familie und Freunden – und ein Abstecher in die Berge durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Vorfreude auf den Norden

Nach all den Besuchen sind wir nun wieder unterwegs – mit neuer Energie und viel Vorfreude. Aktuell segeln wir durch Dänemark, geniessen ruhige Buchten und die langen Tage.

Unser Ziel ist Norwegen. Mit jedem Tag wächst die Vorfreude auf die Küsten, Fjorde und das Abenteuer im Norden.

Youtube Video: Teil 2 unserer Reise durch Schweden, Finnland und Estland

Zwischendurch fanden wir doch noch etwas Zeit, den 2. Teil unseres Videos von der letztjährigen Reise zu schneiden und fertigzustellen.
Hier geht’s zum Video:

Wir bauen neue Davits für zusätzliche Solarpanele

Unsere neuen Segel sind bei Rolly Tasker Sails / Tuchwerkstatt Greifswald bestellt und während wir auf die Fertigung warten, nutzen wir die Zeit in der Museumswerft. Hier können wir glücklicherweise alle Werkstätten und Maschinen brauchen und somit entschliessen wir uns neue Davits für 2 zusätzliche Solarpanele zu bauen. Gleichzeitig montieren wir 2 Solarpanele auf dem Dach – mit einer praktischen Lösung; das untere Panel lässt sich herausziehen und dient gleichzeitig als Sonnenschutz für unser Cockpit.

Eine besondere Herausforderung: Wir liegen im Päckchen neben zwei großen Traditionsschiffen, also muss das gesamte Material zuerst durch beide Schiffe transportiert werden. Ausserdem binden wir uns ein Arbeitsfloss ans Heck, um optimal arbeiten zu können. Bevor wir loslegen, demontieren wir die Windsteueranlage, die Seilrolle, die Badeleiter und beide Halterungen mit den Dinghi-Motoren, um ein freies Heck zum Schweißen zu haben.

Mit diesen 4 neuen Solarpanelen haben wir genug Strom um zu kochen, den Warmwasserboiler zu erhitzen und alle restlichen elektronischen Geräte zu versorgen.

Daten: 1 Solarpanel: 1762mm x 1134mm und 445 Watt

Hier ein Einblick in unsere Arbeit:

Durch das Schweissen hat die Farbe am Heck etwas gelitten – also steht nun noch eine neue Lackierung an. Und damit uns nicht langweilig wird, nutzen wir die Gelegenheit, um im Cockpit auch gleich noch einen KiwiGrip rutschfesten Belag aufzutragen.

Unsere neuen Segel sollten bald fertig sein, und dann geht’s endlich weiter in den Norden – nach Norwegen. Wir freuen uns darauf!

Rückkehr auf die Winggis42

Schweden Eckvariante im Eis

Nach 5 Wochen Schweizer Luft sind wir gestern Abend nach 13 Stunden Reisezeit im winterlichen Nävekvarn/Schweden angekommen.

Ein wenig überrascht waren wir über das bereits vorhandene Eis im Hafen, waren es gestern in Nyköping bereits minus 11 Grad. Aber zum Glück sagt die Wettervorhersage für nächste Woche wieder wärmere Temperaturen an, wir wollen uns ja nicht einfrieren lassen.

Zu unserer Überraschung lag in unserem Cockpit auch noch ein kleines Fresspäckli von unseren lieben Freunden Claudia & Roger von der Liberty Call. Danke vielmals!

Jetzt heisst es wieder auspacken, einräumen, vorbereiten und auf ein passendes Wetterfenster warten.