Die Winggis 42 im Eiswürfelbad

Während in der Heimat alle schwitzen badet die Winggis 42 in Eiswürfeln. 

Landgang_Hornsund
Landgang_Hornsund

Into the Arctic Ice

Wir sind endlich auf Spitzbergen angekommen. Aber zuerst zurück nach Norwegen. 

Frisch repariert nach Norden

Nachdem wir unsere Zylinderkopfdichtung in Harstad erfolgreich gewechselt hatten und Luki, unser Freund aus der Schweiz zugestiegen ist, ging unsere Reise weiter in den Norden.

Zwischen diesen Schneebergen hindurchzufahren erschien uns fast wie auf dem Vierwaldstättersee. Ausser das plötzlich runderhum eine ganze Gruppe von Walen vorbeischwamm. Wir fanden wiederum diesen kleinen Steg ohne Landanschluss kurz vor Tromsø. Er wird vom Bootsclub Tromsø betrieben und auch die Hütte darauf war liebevoll eingerichtet. Natürlich haben wir sofort den Holz-Grill in Betrieb genommen und unsere Koteletts grilliert. Die Hütte haben wir auch gleich eingeheizt und unser Nachtessen mit Blick auf den Sund konnte nicht besser gewesen sein. Abends kamen sogar zwei Polarfüchse ans Ufer und wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten. 

Der erste Anlauf scheitert

In Tromsø hatten wir nur einen kleinen Zwischestopp eingelegt, Wasser gefüllt, nochmals Einkaufen gegangen und uns bei der Polizei abgemeldet. Über Torsvåg ging es nun Richtung Spitzbergen – jedoch gelang uns der 1. Versuch nicht – der zunehmende Wind zusammen mit den Wellen gegen die Strömung war ein sehr unangenehmer Kurs und so entschieden wir uns nach 20sm wieder umzudrehen und uns nochmals zu sammeln. Wir wollten auf ein besseres Wetterfenster warten. 

Tromsoe-Svalbard
Tromsø-Svalbard

In dieser Zeit schlängelten wir uns weiter der Küste entlang bis nach Hasvik auf Sørøya. Für Luki war die Zeit bereits zu Ende und er flog von dort wieder zurück in die Schweiz. 

Eine ungeplante Woche in Hasvik

In Hasvik lernten wir lokale Fischer kennen die uns sehr wertvolle Informationen bezüglich der Barentsee mit Wellen und Strömungen geben konnten. Wir verbrachten eine ganze Woche in Hasvik, wurden mit Königskrabben beschenkt, haben den Fischern Schweizer Raclette serviert, wurden von Ahmed, dem Bigfishadventure Boss zum Fischsuppenessen eingeladen und assen abends mit Joachim & Anne von der Segelyacht Leoa spontan auf der Winggis 42 noch die Resten der Fischsuppe. 

Traumtage im Seiland Nationalpark

Nach einer Woche ging es für uns in zwei kleineren Etappen Richtung Hammerfest. Wir ankerten im Nationalpark Seiland und fingen soviele Fische wie nie zuvor. Die steilen bis an die Spitze grünen Felsen haben uns für drei Tage gefesselt – es war sooo schön. 

und plötzlich ein Wetterfenster

In Hammerfest angekommen, studierten wir nochmals das Wetter und tatsächlich stand ein gutes Wetterfenster voraus für eine Überquerung nach Spitzbergen. Spontan füllten wir unsere Wassertanks und machten uns auf den Weg. Uns war bewusst, dass wir wenig Wind haben werden und viele Motorenstunden zusammenkommen. Mit der neuen Zylinder-Kopfdichtung und sorgfältigem Service für den Motor mit neuem Getriebe welches wir letztes Jahr eingebaut hatten, starteten wir mit gutem Gefühl Richtung Spitzbergen. Wie so oft, kommt es unverhofft, wir wurden wieder einmal eines Besseren belehrt.

Hammerfest Fest
Hammerfest Fest

Schon auf 2/3 des Weges nach Bjørnøya, stellten wir fest, dass der Vorwärtsgang nicht ganz so schön wie gewohnt einkuppelt. Da es jedoch ein neues Getriebe ist, machten wir uns wenig Gedanken zum Getriebe.

Geschafft…….. dachten wir!

Der restliche Weg bestand dann aus ca. 8h Motoren und 20h Segeln. Das Gefühl den Anker nach einer kurzen Runde durch die Eisschollen des Gletschers auf den Meeresboden von Spitzbergen fallen zu lassen, war ein emotionaler Moment, geschafft!

Ankunft_Svalbard
Ankunft_Svalbard

Den obligaten Drink mit Gletschereis, auch nur gefrorenes Wasser, etwas Eisschollen wegschieben und erst mal durchschlafen. Am Morgen darauf drehte der Wind und kleinere Eisschollen klopften an die Winggis, wir verlegten in eine nahe Bucht die von grösseren Eisschollen verschont ist.

Deja-vu Getriebe

Nun kommts, Motor an, Anker hoch und Gang rein….aber eben, der Gang will ums Verrecken den Propeller nicht drehen. Erst nach ca. 30 Sekunden dann etwas Vorwärtsschub.
Das kennen wir schon vom ersten Getriebe in Schweden, entweder sind die Kupplungsbeläge durch oder beim Einfahren des Getriebes haben sich die Beläge erst mal so eingeschliffen, dass die Servofunktion die Kupplung nicht mehr richtig verbindet und durchschleift. Wie wir auch nach Rücksprache mit einem Getriebefachman vermuten, sind diese Getriebe sehr empfindlich mit den Einstellwerten.

100sm von der Werkstatt entfernt

An eine Reparatur ist kaum zu denken, weder in Longyearbyen, geschweige denn am Anker 100sm vor Longyearbyen. Nun ja, etwas funktioniert das Getriebe ja noch und wir haben ja ein Segelboot. Jetzt brauchen wir nebst einem neuen Getriebe in Longyearbyen nur noch etwas Wind. Zum Zeitpunkt in welchem dieser Text geschrieben wird, warten wir seit 7 Tagen auf eine Bestellbestätigung für das Getriebe und auf Wind.

Svalbard muss warten

Nun, wenigstens ist es schön hier und wir haben genug zu Essen, Trinken und Diesel zum Heizen. Die restlichen 99,9% von Svalbard bekommen wir dann vielleicht in 2-3 Wochen oder nächstes Jahr zu sehen.  Ob sich die Überfahrt von Norwegen nach Svalbard für eine Getriebewechsel gelohnt hat erklärt sich nun eher von selbst.

Momentan sieht es danach aus, dass wir kommenden Dienstag ein Wetterfenster haben und nach Longyearbyen kommen. Bis dann kommt dann auch hoffentlich die Bestellbestätigung.

Jedenfalls sind wir immer noch guter Dinge, denn wir haben noch 2 Monate Zeit bis sich die Wetterfenster nach Norwegen langsam wieder schliessen.

Es bleibt spannend!!!

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4 Antworten auf „Die Winggis 42 im Eiswürfelbad“

  1. …Himmel, wa ist es aufregend und trotzdem wunderschön auf eurer Expedition:)
    Wir wünschen euch das Allerbeste für die nächste Reparatur. Das Schiff und ihr seid ordentlich gefordert.
    Wir verfolgen eure Reise aus unserem Gewächshaus:)) und drücken alle verfügbaren Daumen!
    Bleibt in eurer Kraft und guten Mutes wie immer.
    Herzlichste Grüße von Alex und Hilu und Leo!🤩
    Für die Weiterfahrt den rechten Wind im Segel!!

  2. Dss tönt mom wieder nach Abenthür ! Immer schön de Ysbäre us em wäg go. Wunderschöni Bilder, dake fürs teile, bi gspannt wies wytergoht 😉

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