Am 23.4.2026 verlassen wir nach 6 Monaten den Hafen von Stjørdal. Bei all unseren neu gewonnenen Freunden haben wir uns auf ein Wiedersehen verabschiedet. Leider gehört dies auch immer wieder dazu.
Noch vor dem Ablegen in Stjørdal wurden wir morgens überrascht: Vom Nachbarsboot bekommen wir zwei volle Säcke mit Lebensmitteln geschenkt – was für ein netter Start in die neue Saison.
Anfangs unter Motor aber bald darauf mit gerefftem Gross und Fock wurden wir dann allerdings mit deutlich mehr Wind als angekündigt aus dem Fjord hinausgeblasen. Ein heftiger Abschied – begleitet von lieben Nachrichten, die uns auf den Weg mitgegeben wurden.

In Brekstad legten wir im südlichen Hafen an. Leider erwies sich dieser als wenig gemütlich: sehr offen und bei der vorherrschenden Windrichtung unruhig. Nach einem kleinen Spaziergang im Hafengelände gönnten wir uns eine chinesische Pfanne mit Reis und fielen danach ziemlich müde ins Bett.
Endlich von Brekstad weggekommen
Am nächsten Tag waren wir ehrlich gesagt froh, Brekstad hinter uns zu lassen. Der Hafen war schlecht geschützt bei Südostwind, dazu kamen unangenehme Wellen von den Fähren. Keine Toiletten, keine Duschen, ein unordentlicher Steg – und dafür 30 Euro pro Nacht. Einzig positiv: Der Steg selbst war sehr robust gebaut, mit richtig grossen Pollern, welche da auch nötig waren.
▶️ Brekstad Easter Hopping mit Wellen übers Heck
Wir segelten etwa 10 Meilen bis nach Storfosna – leider ohne jeglichen Fangerfolg beim Fischen.
In der Nacht wurden wir plötzlich von einem Alarm geweckt. Vielleicht das neue Garmin-GPS mit aktiviertem Ankeralarm? Halb verschlafen entdeckten wir jedoch am alten Kartenplotter eine MOB-Meldung (Mann über Bord). Wir schalten unser Funkgerät ein und schauen auf die umliegenden AIS Signale. Alles scheint in Ordnung zu sein, vermutlich ein Fehlalarm. Wir beobachten die Lage noch eine Weile und stellen dann das Gerät ab und gingen wieder schlafen – ein kurzer Gedanke an den Seehund vom Vorabend und wir fanden schnell wieder in den Schlaf zurück.
Am Morgen funktionierte nach einem Neustart die Elektronik wieder einwandfrei. Um 09:00 Uhr legten wir ab. Zunächst mussten wir um eine Insel motoren – der Motor wurde dabei ziemlich heiss, was natürlich immer für Nervosität sorgt.
Diese Mischung aus Spannung und Ungewissheit gehört einfach dazu: Wie wird der Tag? Wie entwickelt sich der Wind? Reicht die angegebene Wassertiefe von zwei Metern in der nächsten Bucht oder brauchen wir Plan B?
Mit gerefften Segeln liefen wir dann schön mit 5–7 Knoten Richtung Åsen – eine kleine, idyllische Insel mit einem Leuchtturm, den man sogar mieten kann. Nach einem Spaziergang kümmerten wir uns um unsere Ankerkette und legten sie am Steg aus, um die Markierungen neu zu bemalen. Am Vortag waren plötzlich 60 Meter Kette draussen gewesen – die 20-Meter-Markierung war schlicht nicht mehr erkennbar.
Zum Abendessen gab es statt Riz Cazimir eine leicht improvisierte Variante – Brokkoli und Rosenkohl mussten unbedingt auch noch verarbeitet werden.



Auf nach Bessaker
Am Morgen ging es weiter Richtung Norden. Kaum draussen, konnten wir die Segel setzen. Anfangs ging es nur langsam voran – etwa 3 Knoten bei wenig Wind. Doch nach rund zwei Stunden frischte es deutlich auf, und es blies kräftig aus dem Fjord hinaus. Also wieder: Fock setzen, Gross verkleinern.
Unterwegs sahen wir ungewöhnlich viele Fischerboote und Fischzuchten. Als der Wind kurz nachliess, versuchten wir erneut unser Glück beim Fischen – wieder erfolglos. Mit der Schleppangel hätten wir eigentlich fast anhalten müssen, um den Köder tiefer zu bringen. Aber bei diesem schönen Segelwind wollten wir das nicht, weshalb der Jagderfolg auch aus blieb.


Wir wechseln uns mit Steuern von unserem Innensteuerstand ab und geben dem Autopiloten etwas Pause.
Unser Ziel war Bessaker. Kaum angekommen, rief uns eine Dame zu, dass wir nicht an „diesem“ Steg anlegen dürften – er sei für ihre Gäste reserviert. Wir könnten aber den Steg dahinter nutzen. Ganz klar war die Situation für uns zunächst nicht, doch sie kam extra zu uns und half freundlich beim Anlegen.
Später erfuhren wir: Sie ist Deutsche und betreibt hier eine Anlage für Angeltouristen. Viele Gäste kommen speziell zum Fischen hierher.
Im kleinen Laden vor Ort meldeten wir uns für den Gästesteg an. Schon beim Eingang: ein kleines Café, dazu alles, was man braucht – und einiges, was man eigentlich nicht braucht. Der Steg war kostenlos, Strom hätte 100 NOK pro Nacht gekostet. Da wir aber genug Strom über unsere Solaranlage bekommen, konnten wir umsonst liegen.
Wir gönnten uns einen Kaffee und eine Zimtschnecke – genau richtig.
Treppen, Aussicht und Abschied
Am nächsten Tag ging es sportlich weiter: eine Treppe mit rund 1000 Stufen führte auf einen 145 Meter hohen Berg, den Vatten. Schnell waren wir oben – und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht über die unzähligen vorgelagerten Inseln belohnt. Der Wind blies auch hier kräftig und das Geländer war nicht umsonst gebaut.





13. April – Weiter nach Småværet

Heute hiess es wieder Abschied nehmen von Bessaker. Ich brachte dem Ladenbesitzer noch eine Schweizer Schokolade vorbei – als Dankeschön dafür, dass er uns am Vortag so viele leere Jakobsmuschelschalen geschenkt hatte. Alessandra’s Schwester Patricia möchte damit im Sommer ihren Balkon dekorieren.
Zusätzlich bekamen wir ein kleines Rezeptheft – wie man Jakobsmuscheln richtig zubereitet. Und wir wurden herzlich eingeladen, auf dem Rückweg wieder vorbeizukommen.

Dann ging es weiter: mit 10 bis 35 Knoten Wind aus Südwest segelten wir durch die Inselwelt nach Norden. Mit gerefftem Gross und nur der Fock zog unsere Winggis zuverlässig dahin.
Ich stand draussen am Steuer, während Martin die Segel trimmte. Noch befanden wir uns im geschützten Fahrwasser zwischen den Inseln. Durch den ablandigen Wind entstanden praktisch keine Wellen – perfektes Segeln.

Unser Ziel: Småværet, ein kleiner, geschützter Hafen weit draussen. Trotz Gegenwind legten wir gegen 16:00 Uhr mit Unterstützung von einem Einheimischen am Gästesteg an.
Wir bleiben zwei Nächte – zuviel Wind um durch die Folda zu segeln. Ein Gebiet mit ungemütlichen Wellen wenn der Wind zu stark ist. Leider verlieren wir beim Fischen am Steg den Köder und es gibt immer noch keinen Fisch.
Weiter Richtung Sandnessjoen
Über Rørvik und Bronnoysund geht es die nächsten zwei Tage mit super Südost Wind weiter nach Sandnessjoen. Für Alessandra geht es von hier für eine Woche in die Schweiz während Martin unsere Winggis 42 hütet.
Seven Sisters bei Sandnessjoen
Havila Polaris

Da ich meinen Flug von Trondheim nach Zürich bereits schon vor längerem gebucht hatte, entschliesse ich mich mit dem Havila Schiff , das ist die Konkurrenz vom Hurtigruten Schiff – in zwei Tagen und 1 Nacht von Sandnessjoen nach Trondheim zu fahren.
Die Fahrt war sehr imposant, vor allem weil man einfach höher die ganze Gegend anschauen kann. Das Schiff war nicht mal 1/3 ausgelastet und so genoss ich die Fahrt in vollen Zügen und erfreute mich, mal etwas ganz anderes zu machen. Die Nacht in der Innenkabine war allerdings nicht sehr erholsam, da ich es nicht gewohnt war quer zum Schiff zu schlafen.






Ich komme morgens um 6.30 in Trondheim an und konnte glücklicherweise erst um 0800 auschecken. Da mein Flug in die Schweiz erst am nächsten Tag geplant war, konnte ich eine Nacht bei Mari & Søren in Stjørdal übernachten. Ich werde mit gutem Essen verwöhnt und geniesse den Tag. Am Nachmittag besuche ich auch Claudia & Jürgen Kirchberger im Hafen, sie sind mittlerweilen auch wieder auf La Belle Epoque und bereiten ihre Weiterfahrt vor.
Und jetzt geht’s zuerst eine Woche in die Schweiz und darauf freue ich mich sehr.
Gerne teilen wir auch hier unsere aktuellen Schiffsdaten mit Temperaturanzeige des Wassers, der Innen – und Aussentemperatur und natürlich des Motors und Getriebe.

Und die dazugehörende Statistik.




Det var hyggelig å lese reisebrevet deres. Jeg fant en funksjon som oversatte til norsk, og det var bra med mine språkkunnskaper. God tur videre mot Svalbard 🙂
Takk for meldingen din, og vi er glade for at du nå kan lese innleggene våre. Med vennlig hilsen fra oss.