Die Winggis 42 im Eiswürfelbad

Ankerplatz Hornsund

Während in der Heimat alle schwitzen badet die Winggis 42 in Eiswürfeln. 

Landgang_Hornsund
Landgang_Hornsund

Into the Arctic Ice

Wir sind endlich auf Spitzbergen angekommen. Aber zuerst zurück nach Norwegen. 

Frisch repariert nach Norden

Nachdem wir unsere Zylinderkopfdichtung in Harstad erfolgreich gewechselt hatten und Luki, unser Freund aus der Schweiz zugestiegen ist, ging unsere Reise weiter in den Norden.

Zwischen diesen Schneebergen hindurchzufahren erschien uns fast wie auf dem Vierwaldstättersee. Ausser das plötzlich runderhum eine ganze Gruppe von Walen vorbeischwamm. Wir fanden wiederum diesen kleinen Steg ohne Landanschluss kurz vor Tromsø. Er wird vom Bootsclub Tromsø betrieben und auch die Hütte darauf war liebevoll eingerichtet. Natürlich haben wir sofort den Holz-Grill in Betrieb genommen und unsere Koteletts grilliert. Die Hütte haben wir auch gleich eingeheizt und unser Nachtessen mit Blick auf den Sund konnte nicht besser gewesen sein. Abends kamen sogar zwei Polarfüchse ans Ufer und wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten. 

Der erste Anlauf scheitert

In Tromsø hatten wir nur einen kleinen Zwischestopp eingelegt, Wasser gefüllt, nochmals Einkaufen gegangen und uns bei der Polizei abgemeldet. Über Torsvåg ging es nun Richtung Spitzbergen – jedoch gelang uns der 1. Versuch nicht – der zunehmende Wind zusammen mit den Wellen gegen die Strömung war ein sehr unangenehmer Kurs und so entschieden wir uns nach 20sm wieder umzudrehen und uns nochmals zu sammeln. Wir wollten auf ein besseres Wetterfenster warten. 

Tromsoe-Svalbard
Tromsø-Svalbard

In dieser Zeit schlängelten wir uns weiter der Küste entlang bis nach Hasvik auf Sørøya. Für Luki war die Zeit bereits zu Ende und er flog von dort wieder zurück in die Schweiz. 

Eine ungeplante Woche in Hasvik

In Hasvik lernten wir lokale Fischer kennen die uns sehr wertvolle Informationen bezüglich der Barentsee mit Wellen und Strömungen geben konnten. Wir verbrachten eine ganze Woche in Hasvik, wurden mit Königskrabben beschenkt, haben den Fischern Schweizer Raclette serviert, wurden von Ahmed, dem Bigfishadventure Boss zum Fischsuppenessen eingeladen und assen abends mit Joachim & Anne von der Segelyacht Leoa spontan auf der Winggis 42 noch die Resten der Fischsuppe. 

Traumtage im Seiland Nationalpark

Nach einer Woche ging es für uns in zwei kleineren Etappen Richtung Hammerfest. Wir ankerten im Nationalpark Seiland und fingen soviele Fische wie nie zuvor. Die steilen bis an die Spitze grünen Felsen haben uns für drei Tage gefesselt – es war sooo schön. 

und plötzlich ein Wetterfenster

In Hammerfest angekommen, studierten wir nochmals das Wetter und tatsächlich stand ein gutes Wetterfenster voraus für eine Überquerung nach Spitzbergen. Spontan füllten wir unsere Wassertanks und machten uns auf den Weg. Uns war bewusst, dass wir wenig Wind haben werden und viele Motorenstunden zusammenkommen. Mit der neuen Zylinder-Kopfdichtung und sorgfältigem Service für den Motor mit neuem Getriebe welches wir letztes Jahr eingebaut hatten, starteten wir mit gutem Gefühl Richtung Spitzbergen. Wie so oft, kommt es unverhofft, wir wurden wieder einmal eines Besseren belehrt.

Hammerfest Fest
Hammerfest Fest

Schon auf 2/3 des Weges nach Bjørnøya, stellten wir fest, dass der Vorwärtsgang nicht ganz so schön wie gewohnt einkuppelt. Da es jedoch ein neues Getriebe ist, machten wir uns wenig Gedanken zum Getriebe.

Geschafft…….. dachten wir!

Der restliche Weg bestand dann aus ca. 8h Motoren und 20h Segeln. Das Gefühl den Anker nach einer kurzen Runde durch die Eisschollen des Gletschers auf den Meeresboden von Spitzbergen fallen zu lassen, war ein emotionaler Moment, geschafft!

Ankunft_Svalbard
Ankunft_Svalbard

Den obligaten Drink mit Gletschereis, auch nur gefrorenes Wasser, etwas Eisschollen wegschieben und erst mal durchschlafen. Am Morgen darauf drehte der Wind und kleinere Eisschollen klopften an die Winggis, wir verlegten in eine nahe Bucht die von grösseren Eisschollen verschont ist.

Deja-vu Getriebe

Nun kommts, Motor an, Anker hoch und Gang rein….aber eben, der Gang will ums Verrecken den Propeller nicht drehen. Erst nach ca. 30 Sekunden dann etwas Vorwärtsschub.
Das kennen wir schon vom ersten Getriebe in Schweden, entweder sind die Kupplungsbeläge durch oder beim Einfahren des Getriebes haben sich die Beläge erst mal so eingeschliffen, dass die Servofunktion die Kupplung nicht mehr richtig verbindet und durchschleift. Wie wir auch nach Rücksprache mit einem Getriebefachman vermuten, sind diese Getriebe sehr empfindlich mit den Einstellwerten.

100sm von der Werkstatt entfernt

An eine Reparatur ist kaum zu denken, weder in Longyearbyen, geschweige denn am Anker 100sm vor Longyearbyen. Nun ja, etwas funktioniert das Getriebe ja noch und wir haben ja ein Segelboot. Jetzt brauchen wir nebst einem neuen Getriebe in Longyearbyen nur noch etwas Wind. Zum Zeitpunkt in welchem dieser Text geschrieben wird, warten wir seit 7 Tagen auf eine Bestellbestätigung für das Getriebe und auf Wind.

Svalbard muss warten

Nun, wenigstens ist es schön hier und wir haben genug zu Essen, Trinken und Diesel zum Heizen. Die restlichen 99,9% von Svalbard bekommen wir dann vielleicht in 2-3 Wochen oder nächstes Jahr zu sehen.  Ob sich die Überfahrt von Norwegen nach Svalbard für eine Getriebewechsel gelohnt hat erklärt sich nun eher von selbst.

Momentan sieht es danach aus, dass wir kommenden Dienstag ein Wetterfenster haben und nach Longyearbyen kommen. Bis dann kommt dann auch hoffentlich die Bestellbestätigung.

Jedenfalls sind wir immer noch guter Dinge, denn wir haben noch 2 Monate Zeit bis sich die Wetterfenster nach Norwegen langsam wieder schliessen.

Es bleibt spannend!!!

Abschied und Freude

Bessakeer

Am 23.4.2026 verlassen wir nach 6 Monaten den Hafen von Stjørdal. Bei all unseren neu gewonnenen Freunden haben wir uns auf ein Wiedersehen verabschiedet. Leider gehört dies auch immer wieder dazu.

Noch vor dem Ablegen in Stjørdal wurden wir morgens überrascht: Vom Nachbarsboot bekommen wir zwei volle Säcke mit Lebensmitteln geschenkt – was für ein netter Start in die neue Saison.

Anfangs unter Motor aber bald darauf mit gerefftem Gross und Fock wurden wir dann allerdings mit deutlich mehr Wind als angekündigt aus dem Fjord hinausgeblasen. Ein heftiger Abschied – begleitet von lieben Nachrichten, die uns auf den Weg mitgegeben wurden.

Brekstad Hafen

In Brekstad legten wir im südlichen Hafen an. Leider erwies sich dieser als wenig gemütlich: sehr offen und bei der vorherrschenden Windrichtung unruhig. Nach einem kleinen Spaziergang im Hafengelände gönnten wir uns eine chinesische Pfanne mit Reis und fielen danach ziemlich müde ins Bett.


Endlich von Brekstad weggekommen

Am nächsten Tag waren wir ehrlich gesagt froh, Brekstad hinter uns zu lassen. Der Hafen war schlecht geschützt bei Südostwind, dazu kamen unangenehme Wellen von den Fähren. Keine Toiletten, keine Duschen, ein unordentlicher Steg – und dafür 30 Euro pro Nacht. Einzig positiv: Der Steg selbst war sehr robust gebaut, mit richtig grossen Pollern, welche da auch nötig waren.

▶️ Brekstad Easter Hopping mit Wellen übers Heck

Wir segelten etwa 10 Meilen bis nach Storfosna – leider ohne jeglichen Fangerfolg beim Fischen.

In der Nacht wurden wir plötzlich von einem Alarm geweckt. Vielleicht das neue Garmin-GPS mit aktiviertem Ankeralarm? Halb verschlafen entdeckten wir jedoch am alten Kartenplotter eine MOB-Meldung (Mann über Bord). Wir schalten unser Funkgerät ein und schauen auf die umliegenden AIS Signale. Alles scheint in Ordnung zu sein, vermutlich ein Fehlalarm. Wir beobachten die Lage noch eine Weile und stellen dann das Gerät ab und gingen wieder schlafen – ein kurzer Gedanke an den Seehund vom Vorabend und wir fanden schnell wieder in den Schlaf zurück.

Am Morgen funktionierte nach einem Neustart die Elektronik wieder einwandfrei. Um 09:00 Uhr legten wir ab. Zunächst mussten wir um eine Insel motoren – der Motor wurde dabei ziemlich heiss, was natürlich immer für Nervosität sorgt.

Diese Mischung aus Spannung und Ungewissheit gehört einfach dazu: Wie wird der Tag? Wie entwickelt sich der Wind? Reicht die angegebene Wassertiefe von zwei Metern in der nächsten Bucht oder brauchen wir Plan B?

Mit gerefften Segeln liefen wir dann schön mit 5–7 Knoten Richtung Åsen – eine kleine, idyllische Insel mit einem Leuchtturm, den man sogar mieten kann. Nach einem Spaziergang kümmerten wir uns um unsere Ankerkette und legten sie am Steg aus, um die Markierungen neu zu bemalen. Am Vortag waren plötzlich 60 Meter Kette draussen gewesen – die 20-Meter-Markierung war schlicht nicht mehr erkennbar.

Zum Abendessen gab es statt Riz Cazimir eine leicht improvisierte Variante – Brokkoli und Rosenkohl mussten unbedingt auch noch verarbeitet werden.


Auf nach Bessaker

Am Morgen ging es weiter Richtung Norden. Kaum draussen, konnten wir die Segel setzen. Anfangs ging es nur langsam voran – etwa 3 Knoten bei wenig Wind. Doch nach rund zwei Stunden frischte es deutlich auf, und es blies kräftig aus dem Fjord hinaus. Also wieder: Fock setzen, Gross verkleinern.

Unterwegs sahen wir ungewöhnlich viele Fischerboote und Fischzuchten. Als der Wind kurz nachliess, versuchten wir erneut unser Glück beim Fischen – wieder erfolglos. Mit der Schleppangel hätten wir eigentlich fast anhalten müssen, um den Köder tiefer zu bringen. Aber bei diesem schönen Segelwind wollten wir das nicht, weshalb der Jagderfolg auch aus blieb.

Wir wechseln uns mit Steuern von unserem Innensteuerstand ab und geben dem Autopiloten etwas Pause.

Unser Ziel war Bessaker. Kaum angekommen, rief uns eine Dame zu, dass wir nicht an „diesem“ Steg anlegen dürften – er sei für ihre Gäste reserviert. Wir könnten aber den Steg dahinter nutzen. Ganz klar war die Situation für uns zunächst nicht, doch sie kam extra zu uns und half freundlich beim Anlegen.

Später erfuhren wir: Sie ist Deutsche und betreibt hier eine Anlage für Angeltouristen. Viele Gäste kommen speziell zum Fischen hierher.

Im kleinen Laden vor Ort meldeten wir uns für den Gästesteg an. Schon beim Eingang: ein kleines Café, dazu alles, was man braucht – und einiges, was man eigentlich nicht braucht. Der Steg war kostenlos, Strom hätte 100 NOK pro Nacht gekostet. Da wir aber genug Strom über unsere Solaranlage bekommen, konnten wir umsonst liegen.

Wir gönnten uns einen Kaffee und eine Zimtschnecke – genau richtig.

Bessaker

Treppen, Aussicht und Abschied

Am nächsten Tag ging es sportlich weiter: eine Treppe mit rund 1000 Stufen führte auf einen 145 Meter hohen Berg, den Vatten. Schnell waren wir oben – und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht über die unzähligen vorgelagerten Inseln belohnt. Der Wind blies auch hier kräftig und das Geländer war nicht umsonst gebaut.


13. April – Weiter nach Småværet

Heute hiess es wieder Abschied nehmen von Bessaker. Ich brachte dem Ladenbesitzer noch eine Schweizer Schokolade vorbei – als Dankeschön dafür, dass er uns am Vortag so viele leere Jakobsmuschelschalen geschenkt hatte. Alessandra’s Schwester Patricia möchte damit im Sommer ihren Balkon dekorieren.

Zusätzlich bekamen wir ein kleines Rezeptheft – wie man Jakobsmuscheln richtig zubereitet. Und wir wurden herzlich eingeladen, auf dem Rückweg wieder vorbeizukommen.

schön wenns lauft

Dann ging es weiter: mit 10 bis 35 Knoten Wind aus Südwest segelten wir durch die Inselwelt nach Norden. Mit gerefftem Gross und nur der Fock zog unsere Winggis zuverlässig dahin.

Ich stand draussen am Steuer, während Martin die Segel trimmte. Noch befanden wir uns im geschützten Fahrwasser zwischen den Inseln. Durch den ablandigen Wind entstanden praktisch keine Wellen – perfektes Segeln.

Småværet

Unser Ziel: Småværet, ein kleiner, geschützter Hafen weit draussen. Trotz Gegenwind legten wir gegen 16:00 Uhr mit Unterstützung von einem Einheimischen am Gästesteg an.

Wir bleiben zwei Nächte – zuviel Wind um durch die Folda zu segeln. Ein Gebiet mit ungemütlichen Wellen wenn der Wind zu stark ist. Leider verlieren wir beim Fischen am Steg den Köder und es gibt immer noch keinen Fisch. 

Weiter Richtung Sandnessjoen

Über Rørvik und Bronnoysund geht es die nächsten zwei Tage mit super Südost Wind weiter nach Sandnessjoen. Für Alessandra geht es von hier für eine Woche in die Schweiz während Martin unsere Winggis 42 hütet. 

Seven Sisters bei Sandnessjoen

Havila Polaris

Havila Polaris

Da ich meinen Flug von Trondheim nach Zürich bereits schon vor längerem gebucht hatte, entschliesse ich mich  mit dem Havila Schiff , das ist die Konkurrenz vom Hurtigruten Schiff – in zwei Tagen und 1 Nacht von Sandnessjoen nach Trondheim zu fahren.

Die Fahrt war sehr imposant, vor allem weil man einfach höher die ganze Gegend anschauen kann. Das Schiff war nicht mal 1/3 ausgelastet und so genoss ich die Fahrt in vollen Zügen und erfreute mich, mal etwas ganz anderes zu machen. Die Nacht  in der Innenkabine war allerdings nicht sehr erholsam, da ich es nicht gewohnt war quer zum Schiff zu schlafen. 

Ich komme morgens um 6.30 in Trondheim an und konnte  glücklicherweise erst um 0800 auschecken. Da mein Flug in die Schweiz erst am  nächsten Tag geplant war, konnte ich eine Nacht bei Mari & Søren in Stjørdal übernachten. Ich werde mit gutem Essen verwöhnt und geniesse den Tag. Am Nachmittag besuche ich auch Claudia & Jürgen Kirchberger im Hafen, sie sind mittlerweilen auch wieder auf La Belle Epoque und bereiten ihre Weiterfahrt vor. 

Und jetzt geht’s zuerst eine Woche in die Schweiz und darauf freue ich mich sehr. 

Gerne teilen wir auch hier unsere aktuellen Schiffsdaten mit Temperaturanzeige des Wassers, der Innen – und Aussentemperatur und natürlich des Motors und Getriebe.

Und die dazugehörende Statistik.

Entlang der norwegischen Küste – Zweite Etappe

Im Sommer 2025 segelten wir entlang der norwegischen Küste. Das Video gibt einen Einblick in diese Reise – in das Segeln selbst, das Leben an Bord und die Landschaften, die uns begleitet haben.

Unsere Route führte uns von Fjærland im Sognefjord bis nach Stjørdal im Trondheimfjord.

Viel Spass beim Anschauen!

Sognefjord, Gletscher und Hiebe vom Getriebe

Fjærland

Starker Nordwind ist für die nächsten Tage gemeldet – und zwar für die ganze Westküste Norwegens. Also beschliessen wir uns ins Landesinnere zu verziehen und den Sognefjord anzusteuern. Mit seiner Länge von 205km ist er der längste Fjord in Norwegen.

Von Bergen zum Sognefjord

In drei Tagesetappen von Bergen aus – leider praktisch nur unter Motor – erreichen wir schliesslich den Fjord. Er begrüsst uns mit böigen Winden und wir können endlich wieder einmal die Segel setzen. In zwei Tagesetappen erreichen wir unser erstes Ziel Vik. Ein kleines verschlafenes Dörfchen umgeben von hohen Bergen.

Wir schlendern durch das verschlafene Dörfchen und wandern entlang des Flusses bis zur Stabkirche Hopperstad. Der Eintritt von 1200 NOK (12 Euro) lässt uns schon erahnen, dass hier einige Touristen vorbeikommen. Und tatsächlich, am nächsten Tag um 0700 Morgens fällt der Anker eines Kreuzfahrtschiffes und Hunderte Besucher strömen in das kleine Dorf. Gut, dass wir unsere Wanderung schon am Vortag gemacht haben!

Weiter nach Flåm

Für uns geht es nun weiter nach Flåm. Wir verlassen den Hauptarm des Sognefjords und biegen in den Aurlandsfjord ein. Hier ragen die Berge teils senkrecht aus dem Wasser empor – eine Kulisse, die uns sprachlos macht. Zunächst tuckern wir noch unter Motor durch die beeindruckende Landschaft, bis plötzlich der Wind auffrischt. Die letzten Meilen können wir wieder segeln, während das Tiefdruckgebiet draussen vor der Küste seine Wirkung bis ins Fjordinnere entfaltet. Wir legen bei ca. 35kts Windböen im Hafen von Flåm an. Und wie nicht anders zu erwarten ist, legt am nächsten Morgen bereits das erste Kreuzfahrtschiff an.

Mit der Flåmbahn nach Myrdal – und mit dem Velo zurück

Natürlich wollen wir mit der berühmten Flåmbahn nach Myrdal fahren, angeblich die steilste normalspurige Eisenbahn der Welt. Als Bündnerin bin ich nicht ganz damit einverstanden. Die Rhätische Bahn hat mit 70 ‰ Steigung 14,5 ‰ Steigung mehr als die Flåmbahn. Beim Ticketkauf empfiehlt uns die Dame die Fahrt besser am Samstag zu machen, da am Freitag ein Kreuzfahrtschiff mit 6000 Gästen erwartet wird. Soviele Touristen auf einem Haufen sind wir nicht gewohnt und ziehen am Freitag auf der Winggis 42 unsere Vorhänge zu um den neugierigen Blicken zu entkommen.

Am Samstag geht’s dann los – mit den Velos im Gepäck. Wir wollen mit der Flåmbahn nach Myrdal und dann mit unseren Velos zurück nach Flåm fahren. Die Fahrt mit der Flämbahn durch das Flåmtal ist beeindruckend. Es geht vorbei an Wasserfällen, steilen Felswänden und schliesslich hinauf bis nach Myrdal auf 866m. Dann beginnt die Abfahrt und es geht zuerst die 21 steilen Serpentinen nach Kårdal runter, mit 10-12% Gefälle Schotter werden sogar unsere Velobremsen heiss. Danach geht es gemütlich entlang des Flusses zurück nach Flåm. Schön war es!

Nærøfjord

Es zieht uns weiter in den Nærøfjord, der schmalste Fjordarm des Sognefjords. Er misst an der schmalsten Stelle 250m und ist von 1800m hohen Bergen umgeben. Zusammen mit zwei privaten Luxusyachten ankern wir in einer stillen Bucht. Die Aussicht ist einfach spektakulär und wir sitzen im Cockpit und bestaunen die Umgebung. Die Wanderung zum nahe gelegenen Wasserfall war ebenfalls sehr eindrücklich und wird uns in Erinnerung bleiben.

Fjærlandsfjord

Unsere Freunde Julia und Jens von der SY Senja sind auf ihrem Rückweg aus dem Norden, und wir möchten sie unbedingt noch treffen. Wir verabreden uns in 4–5 Tagen in Leirvik – genug Zeit, um vorher noch einen Abstecher in den Fjærlandsfjord zu machen.
Der Fjord gilt als einer der schönsten Seitenarme des Sognefjords. Hier ziehen sich die Gletscherzungen bis fast hinunter ans Wasser, ein Anblick, der uns sofort in seinen Bann zieht. Im Fjord schimmert das Wasser blaugrün, darüber leuchten die weissen Gletscher. Mit unseren Velos fahren wir bis zum Suphellebreen und staunen auch hier über die beeindruckende Natur.
Auch das Gletschermuseum besuchen wir – dort erfahren wir mehr über die Entstehung der Gletscher, die Region und ihre beeindruckende Vielfalt.

Hiebe vom Getriebe

Leider müssen wir diesen schönen Ort wieder verlassen um rechtzeitig in Leirvik zu sein. Wir legen nach 2 Tagen wieder ab mit Ziel Balestrand, dort wollen wir noch Diesel tanken. Kaum sind wir eine halbe Stunde unterwegs, absolut kein Wind, hören wir plötzlich komische Geräusche aus dem Motorenraum. Martin geht sofort runter in den Motoraum – der Motor blockiert! Ein Startversuch zeigte sofort, vergiss es, da geht nur noch mehr kaputt. Wir überlegen, was nun zu tun ist. Wir müssen zurück an den Steg um in Ruhe zu schauen was das Problem ist. Zum Segeln hat es keinen Wind, also lassen wir unser Dinghi ins Wasser und schleppen unsere 23t schwere Winggis 42 selbst mit dem 5 PS Motor zurück an den Steg. Martin im Dinghi und ich am Steuer. Zum Glück stehen auf dem Steg ein paar Leute die uns beim Anlegen helfen.

Zuerst wussten wir gar nicht was genau kaputt war. Unsere Gedanken kreisen, was, wenn der Motor kaputt ist. Hier liegen wir abgelegen vor jeder grösseren Stadt, keine Werft, kein Bootsladen, kein Hafen und kein Kran. Wir müssten uns wohl in die nächste grössere Ortschaft abschleppen lassen.

Zuerst telefonieren wir mit Julia und Jens von der SY Senja und geben Bescheid dass wir es leider nicht an unser geplantes Treffen schaffen werden. Jens, selbst Seenotretter bei der DGzRS schlägt sofort vor uns abzuschleppen, falls wir keine andere Lösung finden würden.

Die beiden sind wahre Seglerfreunde – auch wenn sie selbst mit einem Motorboot unterwegs sind. Ihr Angebot, uns im Notfall abzuschleppen, hätte für sie bedeutet, zwei Tage bis zu uns nach Fjærland zu fahren und wieder zwei Tage zurück in den nächsten Hafen. Wir schätzen dieses Angebot sehr, und allein zu wissen, dass sie im Notfall für uns da wären, war unglaublich beruhigend.

Ok, jetzt erstmal in Ruhe schauen was los ist. Nach Martin’s Inspektion ist sofort klar, dass das Getriebe kaputt gegangen ist. Zum Glück „NUR“ das Getriebe und nicht der Motor! Das Getriebe mussten wir erst kürzlich reparieren weil das Ersatzgetriebe bei UPS verloren ging. Vermutlich führte ein defekter Simmerring zu schnellem, unbemerkten Ölverlust was dann die Lager weniger amüsant fanden….Aua

Martin baut das Getriebe sogleich auch aus und stellt fest, dass wir es ohne Werkstatt nicht reparieren können. Wir müssen also ein neues Getriebe nach Fjærland bestellen.

In Holland finden wir das passende Getriebe. Wir bestellen es noch vor dem Wochenende und lassen es an den kleinen Dorfladen am Hafen senden. Nun heisst es erstmal warten und die Tage an diesem schönen Ort geniessen.

Warten in Fjærland

Zu unserer grossen Freude lassen Julia und Jens ihr Schiff im Hafen von Askvoll liegen, nehmen zuerst den Bus, mieten dann ein Auto und besuchen uns zum Wochenende in Fjærland. Zusammen verbringen wir wunderschöne gemeinsame Stunden mit interessanten Gesprächen, einem Besuch bei Boyabreen Gletscher und natürlich gibt es Abends ein Schweizer Raclette. Die beiden schlafen bei uns auf dem Schiff.

Wir verbringen die wartenden Tage hauptsächlich mit Velofahren in dieser unglaublich schönen Landschaft am Fusse des Jostedalsgletscher.

Am Steg lernen wir auch Max kennen, ein Italiener aus Rom, er war auch mal Skilehrer in Davos und ist seit 20 Jahren Tourguide in Norwegen. Mit seiner Gruppe verbringt er gerade 2 Tage in Fjærland. In seinen Pausen kommt er auf einen richtigen italienischen Kaffee vorbei – und ich geniesse es, endlich wieder einmal Italienisch zu sprechen.

Am Mittwoch wird tatsächlich bereits unser neues Getriebe geliefert – die etwas ältere Pöstlerin brachte das 25kg schwere Getriebe eigenhändig an den Steg bis zum Schiff! Wir staunen nur – Norweger halt!

Martin lässt keine Zeit verstreichen, baut das neue Getriebe ein und bereits am nächsten Tag verlassen wir Fjärland Richtung Balestrand. Alles funktioniert wieder einwandfrei -bis jetzt!

Balestrand

Kviknes Hotel in 
Balestrand

Im Hafen von Balestrand angekommen, suchen wir erstmal Diesel – laut unserem Hafenhandbuch sollte es diesen hier geben. Alles was wir aber noch vorfinden, ist eine geschlossene Tankstelle. Bis in den nächsten Hafen haben wir genug Diesel dabei. Wir schlendern noch etwas in diesem touristischen Örtchen herum und besuchen das berühmte Kviknes Hotel, das 1913 im Schweizer Stil gebaut wurde. Auch Max, unser italienischer Tourguide-Freund, schaut noch einmal vorbei, bevor wir uns für die nächste Zeit voneinander verabschieden.

Leirvik

Am nächsten Tag legen wir in Balestrand ab und motoren rund acht Stunden gegen den Wind – natürlich wieder etwa 20 Knoten – nach Leirvik, wo wir direkt zur eingezeichneten Tankstelle fahren. Diesmal klappt alles problemlos – eine top ausgestattete Tankstelle und wir sind entsprechend erleichtert.


Mit neuem Getriebe, vollem Tank und vielen Erinnerungen im Gepäck sind wir nun bereit für das nächste Kapitel unseres Norwegen-Abenteuers.

Fjærland
Fjærland

Von Werftzeit und Wiedersehen

Drei Monate in der Werft

Fast 3 Monate haben wir in der Museumswerft in Greifswald verbracht. Die Zeit haben wir genutzt um unser Schiff auf Vordermann zu bringen. Einiges haben wir erneuert: neue Segel, neue Davits, zusätzliche Solarpanele (1700 Watt) und neue Batterien (15KW/h LIFEPO4) von Global Power. Manchmal schien die Werftzeit kein Ende zu nehmen, aber jetzt sind wir froh über jedes kleine Detail das wir verbessert haben.

Unsere neuen Segel ließen wir in der Tuchwerkstatt Greifswald fertigen – Sebastian, der Segelmacher, ist gleichzeitig auch Vertreter von Rolly Tasker Sails. Bei eisiger Kälte wurden Segel und Rigg an Bord gemessen. Sechs Wochen später hielten wir die neuen Segel in den Händen.

Wir lagen sehr gerne in der Museumswerft Greifswald. Sie ist sozusagen eine Selbsthilfewerft, in der jeder gegen einen kleinen Unkostenbeitrag die Werkstätten und Maschinen nutzen darf. Werftmeister Holger war jederzeit sehr hilfsbereit und zuvorkommend – wir können die Werft nur empfehlen und würden jederzeit wieder dort liegen wollen.

Dort lernten wir auch Thomas kennen, der selbstständig als Schweisser und Mechaniker in der Werft für mehrere Jahre arbeitete. Er hatte letztes Jahr sein Stahlschiff erfolgreich in die Nordsee gesegelt und wird zurkünftig auch die Weltmeere bereisen. Sein ansteckendes, lustiges Lachen sorgte für manche schöne Abende an Bord der Winggis 42.

Stralsund – ein kleines Wiedersehen

Als wir startklar waren, segelten wir als Erstes nach Stralsund. Lange hatten wir Isolde und Karin versprochen, sie irgendwann wieder zu besuchen. Kennengelernt hatten wir die beiden im letzten Jahr – in der (angeblich) ältesten Hafenkneipe Europas, mitten in Stralsund.

Die Wiedersehensfreude war gross, und wir haben die gemeinsamen Tage sehr genossen. Wir wurden eingeladen, liebevoll bekocht – und auch bei uns an Bord war fast immer jemand zu Besuch.

Eigentlich wollten wir schon früher weiter, aber wir blieben immer noch einen Tag länger – auch, weil uns Karins Familie über Ostern zum Grillieren eingeladen hatte. Bei Marinchen, die uns zeigte wie man Eierlikör vom Tisch trinkt und bei Gilli mit den tasmanischen Wurzeln. Ein schöner Abend, den wir nicht missen möchten.

Weiter nach Barth zu Fortgeblasen

Von Stralsund segelten wir weiter nach Barth, wo wir unsere Freunde Claudia und Jürgen von Fortgeblasen trafen. Ihre La Belle Epoque lag in der Werft, und wir verbrachten gemeinsam viele gemütliche Stunden, während wir sie täglich mit verschiedenen Menüs bekochten.

Ausserdem besuchten uns Julia und Jens mit ihrem Kleinflugzeug aus Cuxhaven. Vor 2 Jahren lagen wir mit unseren 3 Booten vor Anker in Bornholm. So entstand ein besonderes Treffen, das uns in Erinnerung bleiben wird.


Julia & Jens mit ihrem Kleinflugzeug in Barth gelandet

Besuch auf Hiddensee

Nach Barth ging es für uns weiter zur Insel Hiddensee, wo wir Michael und Sarah von der North Story besuchten. Michael ist seit Kurzem der neue Hafenmeister in Kloster, und es war schön, sie wiederzusehen und ein paar entspannte Tage mit ihnen zu verbringen.

Wir genossen Spaziergänge, Velotouren, gute Gespräche und das einfache Leben auf der Insel. Wir wünschen den beiden eine schöne Zeit auf „Floki’s“ Insel.

Auf nach Büsum

Nach allem beschlossen wir, einen kleinen Abstecher nach Büsum zu machen, um dort alle Freunde zu besuchen, die wir vor vier Jahren während unserer Werftzeit kennengelernt hatten.

Für diese Zeit fanden wir für unsere Winggis 42 einen Liegeplatz in der Museumswerft in Kappeln in der Schlei und warteten auf Hiddensee auf das nächste passende Wetterfenster, um über Dänemark nach Kappeln zu segeln. Von Kappeln aus ging es dann mit Bus und Zug direkt nach Büsum.

Die Wiedersehensfreude war gross – jeden Tag besuchten wir andere Freunde und wurden herzlich empfangen und eingeladen. Es war schön zu sehen, wie willkommen wir uns überall fühlten – fast, als wären wir nie wirklich weg gewesen.

Kurzer Heimatbesuch

Und weil wir gerade so im Besuchsmodus waren, hängten wir gleich noch eine kleine Heimreise in die Schweiz an. Eine Woche verbrachten wir in Basel bei Familie und Freunden – und ein Abstecher in die Berge durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Vorfreude auf den Norden

Nach all den Besuchen sind wir nun wieder unterwegs – mit neuer Energie und viel Vorfreude. Aktuell segeln wir durch Dänemark, geniessen ruhige Buchten und die langen Tage.

Unser Ziel ist Norwegen. Mit jedem Tag wächst die Vorfreude auf die Küsten, Fjorde und das Abenteuer im Norden.

Youtube Video: Teil 2 unserer Reise durch Schweden, Finnland und Estland

Zwischendurch fanden wir doch noch etwas Zeit, den 2. Teil unseres Videos von der letztjährigen Reise zu schneiden und fertigzustellen.
Hier geht’s zum Video:

Wir bauen neue Davits für zusätzliche Solarpanele

Unsere neuen Segel sind bei Rolly Tasker Sails / Tuchwerkstatt Greifswald bestellt und während wir auf die Fertigung warten, nutzen wir die Zeit in der Museumswerft. Hier können wir glücklicherweise alle Werkstätten und Maschinen brauchen und somit entschliessen wir uns neue Davits für 2 zusätzliche Solarpanele zu bauen. Gleichzeitig montieren wir 2 Solarpanele auf dem Dach – mit einer praktischen Lösung; das untere Panel lässt sich herausziehen und dient gleichzeitig als Sonnenschutz für unser Cockpit.

Eine besondere Herausforderung: Wir liegen im Päckchen neben zwei großen Traditionsschiffen, also muss das gesamte Material zuerst durch beide Schiffe transportiert werden. Ausserdem binden wir uns ein Arbeitsfloss ans Heck, um optimal arbeiten zu können. Bevor wir loslegen, demontieren wir die Windsteueranlage, die Seilrolle, die Badeleiter und beide Halterungen mit den Dinghi-Motoren, um ein freies Heck zum Schweißen zu haben.

Mit diesen 4 neuen Solarpanelen haben wir genug Strom um zu kochen, den Warmwasserboiler zu erhitzen und alle restlichen elektronischen Geräte zu versorgen.

Daten: 1 Solarpanel: 1762mm x 1134mm und 445 Watt

Hier ein Einblick in unsere Arbeit:

Durch das Schweissen hat die Farbe am Heck etwas gelitten – also steht nun noch eine neue Lackierung an. Und damit uns nicht langweilig wird, nutzen wir die Gelegenheit, um im Cockpit auch gleich noch einen KiwiGrip rutschfesten Belag aufzutragen.

Unsere neuen Segel sollten bald fertig sein, und dann geht’s endlich weiter in den Norden – nach Norwegen. Wir freuen uns darauf!

19m hoch – Windex und 3-Farben Laterne abmontiert

Unser Windex ist mal wieder kaputt – also muss Martin auf den Mast. Gleichzeitig hat er auch unsere 3-Farben Laterne abmontiert, sie bekommt neue LED Lämpchen.

Glücklicherweise ist unser 19 Meter hoher Mast mit „Maststufen“ ausgestattet, die das Klettern erheblich erleichtern. Zusätzlich ist Martin mit einem Fall nochmals über eine Winsch gesichert, die ich am Mast bediene. So bleibt er jederzeit gut abgesichert.

Jetzt heisst es zuerst Windex reparieren und LED ersetzen – dann muss Martin nochmal hoch, damit alles auf dem Mast wieder einsatzbereit ist.

19m hoch

Neue Segel in Greifswald / Deutschland

Nach fast einem Jahr in Schweden und nur wenigen richtigen kalten Wintertagen mit Schnee bereiten wir uns langsam auf die Ueberfahrt nach Deutschland vor.

Unsere Segel sind über 20 Jahre alt und wir wissen nicht, wielange sie noch halten werden. Um gut für zukünftige Reisen vorbereitet zu sein, entschliessen wir uns für einen Segelmacher in Greifswald / Deutschland.

Die Wettervorhersage sieht für zwei Tage einigermassen stabil aus, danach für 2 Wochen nicht mehr. Wir wollen Samstag Abend um ca. Mitternacht los und die 140 Seemeilen von Matvik nach Greifswald durchsegeln. Und genau an diesem Abend werden wir kurzfristig von Essemi und Nick zu Burn’s Night eingeladen. Ein jährliches schottisches Fest. Die beiden sind aus Schottland nach Schweden ausgewandert.

Schottisches Haggis

Wir freuen uns über die Einladung und probieren zum 1. Mal Haggis – direkt aus Schottland importiert – ein Gericht aus gehackten Schafsinnereien mit Hafer im Schafsmagen (eine Art Leberwurst im Schafsmagen)….Überraschenderweise hat es uns auch noch geschmeckt 🙂 Von geschätzten 30 Gästen haben sicher die Hälfte ihre eigenen Musikinstrumente mitgebracht und den ganzen Abend schottische Lieder gespielt. Wir danken Essemi und Nick für ihre Gastfreundschaft!

Üeberfahrt Matvik SE – Greifswald DE

Noch mit Musik in den Ohren verlassen wir um 23.00 Uhr das Fest, bereiten uns vor und legen um 23.45 von Matvik ab – Kurs Süd nach Greifswald. Es war wenig Wind angesagt und so dachten wir an eine ruhige Nacht. Dachten wir……kaum waren wir draussen, nahm der Wind und die Wellen zu – angesagte 15 Knoten waren nun 25 Knoten Wind. Martin wurde leider seekrank und somit war an meinen geplanten Schlaf vorerst nicht zu denken. So segelten wir die Nacht durch die Hanöbucht und wechselten uns ab so gut es ging. Der Wind liess am Morgen dann soweit nach, dass wir den Motor zur Hilfe nehmen mussten. Wir wollten rechtzeitig in Greifswald ankommen, das nächste Tief war bereits im Anmarsch.

Nachts auf dem Greifswalder Bodden sahen wir plötzlich auf dem AIS ein Boot hinter uns, relativ nahe. Und schon hörten wir am Funk unseren Schiffsnamen. Die deutsche Küstenwache wollte uns besuchen und unsere Pässe sehen. Wir sollten auf Kurs bleiben. Mit einem langen Stiel mit einer kleinen Tasche dran sollten wir unsere Pässe in die Tasche legen. Nach 10 Minuten bekamen wir sie dann wieder zurück. Die Küstenwache war sichtlich erstaunt über ein Schweizer Schiff das mitten in der Nacht bei Nebel im Winter auf dem Greifswalder Bodden fährt. Sie haben uns freundlich einen schönen Abend gewünscht.

Um 01.30 am Sonntag Morgen legen wir etwas müde am Steg vor der Brücke in Wieck / Greifswald an und kochen uns zuerst eine Büchse Ravioli! Soooo guat gsi!!!

Schärensegeln geht auch im Winter

Schweden Eis auf Dach

Bevor der Hafen endgültig zufriert, verlassen wir Nävekvarn früh morgens durch die Schären in südliche Richtung nach Langö – die nächsten Tage hat der Wetterbericht Minusgrade angesagt und wir wollen uns nicht  einfrieren lassen. Der Winter ist im Anmarsch. Mit 20kts Wind aus Nord, kommen wir gut vorwärts, müssen uns sehr auf die Route konzentrieren – überall Untiefen und Steine, wie üblich in den schwedischen Schären. Abends lassen wir den Anker in einer kleinen Bucht fallen.

Mit den ersten Sonnenstrahlen am nächsten Tag verlassen wir den Ankerplatz, denn bereits um 15.00 Uhr fängt die Abendämmerung an und kurz vor Sonnenuntergang lassen wir den Anker bei Langö fallen.

Schwedische Winter Segeltage!

Ende

Rückkehr auf die Winggis42

Schweden Eckvariante im Eis

Nach 5 Wochen Schweizer Luft sind wir gestern Abend nach 13 Stunden Reisezeit im winterlichen Nävekvarn/Schweden angekommen.

Ein wenig überrascht waren wir über das bereits vorhandene Eis im Hafen, waren es gestern in Nyköping bereits minus 11 Grad. Aber zum Glück sagt die Wettervorhersage für nächste Woche wieder wärmere Temperaturen an, wir wollen uns ja nicht einfrieren lassen.

Zu unserer Überraschung lag in unserem Cockpit auch noch ein kleines Fresspäckli von unseren lieben Freunden Claudia & Roger von der Liberty Call. Danke vielmals!

Jetzt heisst es wieder auspacken, einräumen, vorbereiten und auf ein passendes Wetterfenster warten.